Der Einleitungstext bringt eine liebenswürdige, kurze geschichtlicheWürdigung des Landes, die Texte zu den Bildern orientieren verhält-nismäßig ausführlich. Es zeigt sich nur im ganzen, daß man das Landauf diesem zu knappen Raum eben wirklich nicht zur Darstellung brin-gen kann.Leopold Schmidt
Gerold Lang, Geschichte von Liebenau. Orts- und Schulgeschichte.Graz, Selbstverlag des Verfassers( Graz- Liebenau, Kadettengasse 19),1963, 160 S., 35 Abb. auf Taf.- Preis: S 50,-.
Liebenau war bis 1938 eine eigene Gemeinde, die in ihrem Kern vonbäuerlicher Bevölkerung bewohnt war. Die Eingemeindung in die steiri-sche Landeshauptstadt, der zweite Weltkrieg und die nahen Puch- Werkein Thondorf haben das bäuerliche Lebensgefüge weitestgehend ver-wischt. Der Abschnitt„ Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum" des Buches weist daher viel anderesauf Vergangenes hin. Trotz der Stadtnähe hatten sich in Liebenau bisin die jüngste Vergangenheit eine Fülle von Bräuchen erhalten; in derGegenwart werden nur mehr wenige Bräuche geübt. Zu ihnen zählenkirchliche Bräuche, wie das Sternsingen oder Wallfahrten. Im KapitelBrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum finden wir auch Mitteilungen über die Trachten des19. Jahrhunderts oder über Haus und Hof.
Im historischen Teil des Buches sind noch Notizen eingestreut, dieauch für den Volkskundler von Interesse sind: Flurnamen und Haus-namen( S. 39 f.), Wetterregeln( S. 44 f.), Vereine( S. 54 f.).
Sicher ließen sich noch mehr Einzelheiten beibringen und genauereSchilderungen der Bräuche, Man wünscht sich zum Beispiel Bilder vonPalmbuschen, eine Beschreibung von Nikolo und Bartl oder eine ge-nauere Schilderung des Peterskirtages. Aber das Buch ist bisher dieeinzige Monographie einer ehemaligen Randgemeinde von Graz. Eswäre sehr zu begrüßen, wenn es Nachfolger in den anderen Dörfernam Stadtrand und im heutigen Stadtgebiet finden würde. Nur durchsolche Sammelarbeit könnte der Grundstein für eine Volkskunde derStadt Graz gelegt werden.Maria Kundegraber
Tiroler Jungbürgerbuch. Herausgegeben vom Land Tirol und von denGemeinden Tirols. Redigiert von Wolfgang Pfaundler, 704 Sei-ten, 34 Farbtafeln, 535 Abbildungen, 2 Landkarten. Innsbruck 1963,Inn- Verlag.
Bei der Jungbürgerfeier bekommen künftighin die jungen Tirolerdiesen stattlichen Band überreicht, den Wolfgang Pfaundler, der schonso manchen schönen Bildband aus Tirol geschaffen, mit kundiger Handzusammengestellt hat. Das schöne, bedacht und liebevoll gemachte Werkumfaßt neben den umfangreichen Abschnitten zur politischen und wirt-schaftlichen Geschichte, zur Literatur- und Kunstgeschichte des Landesusw. auch einen sehr beachtlichen Abschnitt zur Volkskunde, wobei dieTexte zu den„ Tiroler Höfen“ von Hans Gschnitzer, die übrigen,also zum Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum, zur Volkskunst usw. von Maria Kundegrabervon unserem Museum in Wien stammen. Von der Hausbemalung überStube, Öfen, Möbel, Trachten, Weihnachtsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Weihnachtsbrauchtum und Krippenkunst,Maskenwesen, Oster- und Fronleichnamsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Fronleichnamsbrauchtum bis zu den Not-burga und Isidor- Prozessionen, den Wallfahrten, den Marterln und denGrabkreuzen ist alles, was sich nur in diesem Rahmen fügen will, er-faßt, mit prägnanten, sachlichen Texten beschriftet und von Pfaundleräußerst lebendig bebildert. Für manche Bilder vom Fastnachtswesen,
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