Jahrgang 
66 (1963) / N.S. 17
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Gebiet hat die besondere Aufmerksamkeit dem verkehrt hän-genden Baum gegolten, der also gewissermaßen als im Himmelverwurzelt angesehen worden sein soll. Er wächst von oben nachabwärts, die Decke der Stube ist als Vertreter des Himmels an-zusehen, was ja sprachlich tatsächlich vielfach beweisbar ist 40).Hier ist einzuschalten, daß unsere Befragung auch in dieserHinsicht einige Klarheit zu schaffen versucht hat. Wir waren dar-auf bedacht, in der Fragegestaltung den Hinweis darauf unterzu-bringen, daß der Baum nicht an einer beliebigen Stelle der Deckeaufgehängt werde, sondern eben eventuell an einer bestimmten.Daher wurde zum Anbringungsort Decke noch das Stichwort,, Durchzug" in Klammer zugesetzt. Tatsächlich haben viele Beant-worter, ohne irgendwie mit der Materie vertraut zu sein, mitge-teilt, daß der Christbaum am Durchzug aufgehängt werde. Ver-breitungsbild ergibt sich aus den Meldungen keines, der Brauchist also verstreut im ganzen Gebiet üblich, ohne daß man beson-deres Gewicht darauf legen würde. Es ist wohl so, daß die älterenGlaubensvorstellungen von der Wichtigkeit der Decke und desTrambalkens eben schon weitgehend im Schwinden begriffen sind.Früher legte man der Balkendecke und ihrem hervorragendenTräger hohe Würde bei 41). Das bezeugt die Beschnitzung desTrambalkens, die Auszier mit der Mittelrosette, die Anbringungvon Namenszeichen und Jahreszahlen des Hausbaues und manchereligiöse Signierungen. Auch Gebetbuch und anderes legte mangern über den Trambalken und steckte wohl auch ein StückchenPalmzweig zu Ostern dazu 42). Im weltlichen Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum spielteder Trambalken bezeichnenderweise bei der Hochzeit eine wich-tige Rolle. Der Brautführer kam nämlich im Burgenland beimHeimführen der Braut mit seinem Stock in die Stube und steckteihn in die Mitte der Rosette des Trambalkens und tanzte dann,ihn so festhaltend, daran herum 43). Da vertrat die Trambalken-mitte also das Haus, den Herd, die Frau. Der neue Anfang, dermit der Hochzeit gesetzt wird, wurde genau dort markiert, für ein

40) Vgl. Schmidt, Die Kittinge. Probleme der burgenländischenBlockbauspeicher( Burgenländische Heimatblätter, Bd. 12, Eisenstadt 1950,S. 97 ff.)

41) Vgl. Lily Weiser, Das Bauernhaus im Volksglauben( Mittei-lungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, Bd. LVI, 1926, S. 1 ff.)42) Freundliche Mitteilung von Ing. Rudolf A. Hrandek, Wien 1950.43) Man vgl. dazu den bulgarischen Hochzeitsbrauch: Ein Knabe( als Fruchtbarkeitsgarant) schlägt mit dem Stock kukudavka an einenDeckenbalken und sagt dreimal: Sohn und Tochter": JohannesPiprek, Slawische Brautwerbungs- und Hochzeitsgebräuche(= Ergän-zungsheft X zur Zeitschrift für österreichische Volkskunde) Stuttgart1914. S. 141.

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