Jahrgang 
66 (1963) / N.S. 17
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er zahlreiche Versuchungen durch Dämonen und scharte eineAnzahl Jünger um sich. Vor seinem Tode im Jahre 356 bat erseine Jünger, seinen Begräbnisplatz nicht bekanntzumachen. Nachder Legende wurde das Grab erst 561 entdeckt, sein Leib nachAlexandrien und nach der Eroberung Ägyptens durch die Sara-zenen 635 nach Byzanz gebracht. Erst um 1000 soll der Großteilder Reliquien nach Frankreich( St. Didier- de- la- Motte, DiözeseVienne) gebracht worden sein. 3) Während Antonius im Osten vorallem als Gründer von mönchischen Gemeinschaften verehrtwurde, sah man ihn im Abendland Glossar ::: zum Glossareintrag  Abendland als Wundertäter und Krank-heitspatron: Die Überlieferung berichtet, daß im Jahre 1095 derfranzösische Edelmann Gaston Quérin bei den Gebeinen des hl.Antonius des Eremiten die Genesung seines Sohnes von einerbrandigen, pestähnlichen Seuche erfleht hat. In der Folge habeder Heilige in einem Traumgesicht dem beglückten Vater dieGründung einer Bruderschaft zur Pflege der am Heiligen FeuerErkrankten nahegelegt und den Beitretenden das Tragen eineshimmelblauen Taukreuzes befohlen. 4) Diese Laienverbrüderungder Antoniter", die schon 1095 durch Papst Urban II. ihre Bestä-tigung erfuhr, breitete sich auch in Deutschland aus. Auch hierbestand ihre Hauptaufgabe in der Pflege der Kranken, die vondieser sonderbaren Epidemie befallen wurden. Die Antoniter, diedas ursprüngliche Ignis sacer" zum Antoniusfeuer entwickelten,haben demnach viel zur Verbreitung dieses Krankheitsnamensbeigetragen. Ihre Tracht, die auch von den 1298 bestätigten regu-lierten Augustinerchorherrn des hl. Anton in ähnlicher Weiseübernommen wurde, bestand aus einem schwarzen Habit miteinem blauen, T- förmigen Kreuz, das als magisches Schutzkreuzschon seit Jahrhunderten im Volk bekannt war.*) Diese Kleidungsoll der Überlieferung nach auf den Heiligen selbst zurückgehen,der neben der Kutte mit dem Taukreuz auch einen tauförmigauslaufenden Abtstab besessen haben soll, mit dem er Wunder-heilungen vollbrachte. Die zeitgenössische Lebensbeschreibung desAthanasios von Alexandria( zwischen 356 und 373)betont zwar die hohe Wertschätzung des Kreuzes bei dem Hei-ligen selbst. Doch über Taustab und Kutte weiß der AlexandrinerBischof ebensowenig zu berichten, wie die Legenda aurea des

3) H. Aurenhammer, Lexikon der christlichen Ikonographie.2. Lfg., Wien 1960, S. 157 f.

4) R. Wünsch, Das Antoniterkreuz( Hess. BII. f. Vkd. XI, 1912,S. 52).

) Über das Tau- Kreuz vergleiche die Arbeiten von H. O. Mün-sterer, Die magischen und kabbalistischen Schutzkreuze( Bayer. Jb. f.Vkd. 1953, S. 51 ff) und R. Wünsch, Das Antoniterkreuz, a. a. O., S. 49 ff.

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