ZsfVkde XXI, Berlin 1911, S. 333; J. Baur, Die Spendung der Taufe in derBrixener Diözese in der Zeit vor dem Tridentium.(= SchlernschriftenBd. 42]. Innsbruck 1938, S. 121-122). Auf den Brauch der kirchlichenAussegnungen der Wöchnerin, die magischen und volksmedizinischenVorstellungen und Praktiken um die Geburt ist der Verfasser hingegennicht eingegangen. Van Gennep, Les rites de passage, wird zweimalzur Interpretation der„ Jugend- und Reifebräuche herangezogen; zwei-mal ist der Name des großen französischen Volksforschers allerdingsfalsch geschrieben( Genepp!). Interessant ist die Erwähnung der eigen-artigen Efeukronen, die die Buben zur Ersten Kommunion in den OrtHöchst und Hard am Bodensee auf dem Kopf tragen: es handelt sich da-bei um eine Sonderform, die Josef Gehrer 1957 in einem Vortrag auf derÖsterreichischen Volkskundetagung in Bregenz bekannt gemacht hat unddie noch einmal ausführlich beschrieben werden sollte.- Bei der Schilde-rung der Hochzeitsbräuche, die mehrere interessante, aber leider nichtimmer genau lokalisierte Einzelheiten enthält, hätten auch die Arbeitenvon Meinrad Tiefenthaler( Aus alten Hochzeitsordnungen, in: Aleman-nia 9, N.F. I, 1935, S. 183-186) und Richard Beit!( Die Silbertaler Hoch-zeit, in: Montfort Jg. 1, 1946, S. 56-61) Erwähnung finden müssen.Manche Gedankengänge Ilgs bereiten dem Leser bisweilen Schwierig-keiten, etwa dann, wenn es heißt:„ Mit der Hochzeit rückt das Paar injenen Stand, der er das geschilderte Reifen vom Säugling zum Mannund zur Frau und die damit verbundenen Sitten und Bräuche bald wie-der an den eigenen Kindern erleben läßt.“( S. 185); auch erschrickt manvor den grausamen Sitten in Vorarlberg, denn„ Die Verabschiedung desBrautpaares führt dessen offizielles Ende herbei.“( S. 185); doch be-ruhigt liest man dann später:„ Einmal aber läutet dann auch für jedenVorarlberger die Sterbeglocke,...“( S. 187), womit wir uns bei der Be-schreibung der Bräuche um„ Tod und Begräbnis“ befinden. Alle wesent-lichen Brauchelemente kommen hier zur Sprache, auch kann Ilg einigeneue Mitteilungen machen, aber die eigentliche volkskundliche Proble-matik, die sich Absatz für Absatz ergibt( Brauch des Sterbegeläutes,Lichterbrauch, Partezettel, Erinnerungsbild, usw.), stellt sich dem Ver-fasser nicht. Derselbe Vorbehalt muß auch gegenüber den Ausführun-gen über„ Sitte und Brauch im Jahreslauf" gemacht werden. Der Ver-fasser beschränkt sich fast ausschließlich auf reine Beschreibungen; unter-läßt es aber, die einzelnen brauchmäßigen Erscheinungen zu Jahres-beginn, an Fastnacht, am Funkensonntag, in der Karwoche, zu Ostern,Allerseelen, Nikolaus oder Weihnachten in ihrer landschaftlichen Diffe-renzierung( Bezeichnungen, Spielformen, Requisiten etc.) zu erfassen undkartographisch darzustellen. Wichtige Brauchtermine wie Mariä Himmel-fahrt( 15. August) mit der Kräuterweihe, oder typisches Brauchgerät( z. B. die Klausenhölzer) sind ihrer Bedeutung entsprechend zu wenigberücksichtigt. Auch fehlen hier wieder die Lokalisierungen der mitge-teilten Brauchbelege, etwa diejenigen der Dreikönigssprüche( S. 193–194);ebenso werden verschiedene bibliographische Hinweise vermifit( etwa:Richard Beitl, Mittwinterbrauch im Montafon, in; Kultur und Volk,Festschrift für G. Gugitz(= Veröffentl. des Österr. Museums für Volks-kunde, Band 5], Wien 1954, S. 53-62).- Das ganze Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum dervolksmäßigen Wallfahrten, für das Gustav Gugitz in seinen topographi-schen Handbuch auch für Vorarlberg so gründlich vorgearbeit hat, wurdein die Schilderung der spärlichen Bräuche zur Sommerszeit hineinge-zwängt. Die volkskundliche Forschung hat aber auf diesem Spezialgebietin den letzten Jahrzehnten so sehr an Bedeutung gewonnen, daß dasVorarlberger Wallfahrtswesen im besonderen und die Volksreligiösität im
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