tilien und den Trachten werden Bestand und Einflüsse aufgewiesen;besonders die Frauentracht erweist sich als recht vielschichtig, wobeizu den ethnischen Unterschieden noch solche der Religion hinzukommen.Bei den Speisen ist besonders bemerkenswert die Verwendung von Mohnaus dem eigenen Mohnfeld und von Honig aus der eigenen Bienenzucht.ER- Sitten und Sitzordnung sind noch recht altartig. Schön sind die Über-blicke über Jahresbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Jahresbrauchtum und Lebenslauf( aus Raumgründen konn-ten sie bedauerlicherweise nicht ausführlicher sein). An Weihnachtenist noch das Weihnachtsstroh bekannt, der Weihnachtsbaum kommtnoch in der mit dem Wipfel nach unten hängenden Form vor; danebentritt ein Restgebiet mit einem Gehänge aus Schlehdorn in Erscheinung.Das Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum an Fastnacht ist sehr lebendig; auch das„ Blochziehen"findet sich. Für Ostern werden die Ratschen, die verzierten Eier( be-sonders bei den Kroaten) und die Feuer_besprochen. Dann folgen Mai-baum, Pfingstritt und die Wallfahrten. Bei den Bräuchen des Lebens-laufes geht Leopold Schmidt besonders auf das Hochzeitsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Hochzeitsbrauchtumein. Er macht auf die besondere Singfreudigkeit des Burgenlandes_auf-merksam. Zum Schluß gibt er noch Angaben über Volkstanz und Tanz-musik, Kinderspiele, Volksschauspiele, Sagen, Märchen, Schwänke undOrtsneckereien. So erhalten wir ein schön gerundetes, einprägsamesBild dieses interessanten Landes.
Robert Wildhaber
Hans Commenda, Alois Greil. Ein Maler des Volkslebens. 100 Seiten,davon 26 Schwarzweiß- und 12 Farbtafeln. Linz 1961. Herausgegebenvon der Kulturverwaltung der Stadt Linz.
Alois Greil( 1841-1902) ist ein für unsere Quellenkunde nichtunwichtiger Nachfolger der Wiener Genremaler gewesen. Er gilt alsLinzer, stammt aber freilich von einem tiroler Vater und einer nieder-österreichischen Mutter, und hat nur in der Jugend und dann wiederim Mannesalter einige Jahre in Linz gelebt. Den Großteil seiner Lebens.zeit verbrachte er in Wien, wo ihm auch die zum Teil für uns wich-tigen Illustrationsaufträge wurden, vor allem jene für das Kronprinzen-werk, aus dessen Bänden man sich die nach seinen Zeichnungen gefer-tigten Xylographien nicht wegdenken kann.
Justus Schmidt, der Greil vor etwa zwanzig Jahren einiger-maßen wiederentdeckt hat, widmet dem Künstler eine kleine kunst-geschichtliche Einführung. Commenda behandelt ihn als Maler desVolkslebens, mit einer knappen Aufgliederung der Motive seines um-fangreichen Lebenswerkes auf Jahresfestkreis, Lebenskreis, Berufskreis,Glaubenswelt, Verkehr, Volksgestalten. In dem nicht weniger als 365Nummern umfassenden„ Werkverzeichnis" sind die genauen Daten dereinzelnen Blätter gegeben, einschließlich einer kurzen sachlichen Be-schreibung. Auch unter den vorzüglich reproduzierten Bildern findensich wieder ausführlichere Bildinhaltsangaben, die zum Teil Volkslied-strophen den gezeigten Volkslebensszenen gegenüberstellen. Im all-gemeinen erscheint damit sicherlich für das in dieser Hinsicht dochnoch wenig beachtete Werk Greils schon ziemlich viel getan. Im ein-zelnen hätte man freilich manche Wünsche. Abgesehen davon, daßmanche Bilder doch nicht ganz zureichend kommentiert erscheinen,wäre vor allem auf ihren Quellenwert einzugehen. Wir wissen dochbei keinem Bild, vor allem nicht bei den Illustrationen im Kronprinzen-
186