Jahrgang 
65 (1962) / N.S. 16
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anderseits lassen sich doch nicht so ohne weiteres mit diesen alter-tümlichen Toten- Seelen- Vorstellungen übereinstimmen. Die Mög-lichkeit einer gewissen Zusammengehörigkeit aller dieser Vor-stellungen soll keineswegs geleugnet werden. An direkten Be-weisen dafür scheint es aber noch zu fehlen.

Das Aufwecken" der Bienen gehört zweifellos in diesenganzen Zusammenhang, stellt aber doch eine bedeutsame Speziali-sierung dar. Man kann es auch kaum mit dem erwähnten Toten-festbrauch in Beziehung setzen, wie dies Gugitz mit Heranziehungdes Beleges aus dem oberen Ybbstal versucht hat. Die Aufzeich-nung von Eduard Stepan aus Göstling an der Ybbs im Jahr 1920scheint mir nämlich dafür nicht aussagekräftig genug zu sein.Stepan teilt folgendes mit: Zu Petri Stuhlfeier werden die Bienendurch Anklopfen an die Bienenstöcke aufgeweckt und muß ihnengesagt werden, wer im Hause gestorben, sonst sterben die Völkerab, auch kommen sie selbst und fragen sich an" 17). Keine andereMitteilung über den Brauch des Bienenaufweckens spricht davon,daß mit dem Anklopfen an die Stöcke die Ansage eines Todes-falles verbunden war. Dieses Ansagen erfolgt im Gegenteil nachvielen Zeugnissen überall gleich nach dem Todesfall selbst 18). Esdürfte sich daher bei Stepan um die Kontamination zweier Notizenhandeln, die keinen Anspruch auf eine weiterführende Interpre-tation besitzt. Man muß also die Bienenaufwecken getrennt vonderartigen Glaubensmeinungen zu überblicken versuchen.

Mit der Aufzeichnung Stepans ist eine der frühesten Auf-schreibungen des Brauches in unserem Gebiet gegeben. Zu derNachricht aus dem westlichen Niederösterreich trat späterhin eineweitere aus dem südöstlichen, nämlich aus Kirchau 19). Dann schloßsich die Mitteilung Hans Rohrers für Steiermark an: Da( zuPetri Stuhlfeier) gingen die Vorfahren zum Stande, klopften andie Körbe und riefen, Beinl, auf, St. Peter ist im Lande, und zogendas Kranawettstäudel, das seit dem Herbste vor dem Fluglochesteckte und den Mäusen den Eintritt verwehrte, weg. Zu Stuhl-

17) Eduard Stepan, Heimatkunde der Gemeinde Göstling in derYbbs. Wien 1920. S. 229.

Danach Edmund Frief( Unsere Heimat N.-Ö., Bd. I, Wien 1932, S. 84)und Gugitz, wie oben Anmerkung 7.

18) Für das Burgenland vgl. Kodatsch, wie oben Anmerkung 3,S. 47.

19) Leopold Teufelsbauer, Das Jahresbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Jahresbrauchtum in Österreich.Bd. I Niederösterreich. Wien 1935. S. 38.

20) Hans Rohrer, Volkskundliches von der Bienenzucht in Steier-mark( Oberdeutsche Zeitschrift für Volkskunde, Bd. IV, Bühl 1930, S. 67).

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