Jahrgang 
65 (1962) / N.S. 16
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ad gentilium revertuntur errores" 12). Das Fest wurde also alsTotenfest begangen, und man widmete Festspeisen nicht nur denToten, sondern noch weit mehr den Lebenden. Das entspricht demmerkwürdigen Synkretismus gallo- römischer Art im merowingi-schen Frankenreich, der weit nach dem Osten hin ausgestrahlthat 13). Als fränkisches Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum ist solches Festessen am TagPetri Stuhlfeier vermutlich schon früh auch in die späterbayerisch- österreichischen Lande eingedrungen.

Die Frühlingsbräuche dagegen, die sich an den Tag heften,sind wohl eher germanischer Herkunft. Auffällig ist, wie starkdabei der Frühlingsbeginn für alles fliegende Getier betont wird.Am bekanntesten sind die entsprechenden Bräuche aus Westfalen,die als Sonnenvogel- Aufwecken" unter den verschiedensten Be-gründungen abgehalten werden 14). Meist sind es Kinder, die miteinem Holzhammer an die Pfosten der Häuser klopfen undBrauchlieder dabei absingen, die alle auf das Ausfliegen der Sünne- Vugel" bezugnehmen. Man meint mit diesen VögelnSchmetterlinge und Käfer, und glaubt vielfach, es handle sich umdas Austreiben von Ungeziefer. Dagegen spricht freilich, daß mangelegentlich die Sunnevögel oder Süllvögel" in der Form einesBrauchspielzeuges darstellt. So fertigen die Kinder in Briloneinen derartigen papierenen Vogel und identifizieren ihn mit demHahn des hl. Petrus, werfen ihn schließlich auch in den Brunnen,über dem die Statue des Heiligen steht 15). Dazu paßt gut, daßsich auch in anderen Landschaften dieser Tag als Frühlingsanfangfür alles fliegende Getier erweist. Man betreibt beispielsweise inMecklenburg die Reinigung der Hühnerställe und der Tauben-kobel, womit wiederum das Aus- und Auffliegen dieser gefie-derten Haustiere verbunden ist. Man könnte auch in diesem Zu-sammenhang auf das antike Totenfest zurückgreifen und allediese geflügelten Geschöpfe als die typischen Seelentiere auf-fassen. Gustav Gugitz hat erfolgreich versucht, diese Interpre-tation durchzuführen 16). Aber das Aufwecken aller geflügeltenTiere einerseits und der Hahn als Attribut- Tier des Tagespatrones

12) Ulrich Jahn, Die deutschen Opfergebräuche bei Ackerbau undViehzucht( Germanistische Abhandlungen, Bd. III) Breslau 1884.S. 116).

13) Andreas Ludwig Veit, Antik- sakrales Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum im mero-wingischen Gallien( Volk und Volkstum. Jahrbuch für Volkskunde,Bd. I, München 1936, S. 121 ff.).

14) Paul Sartori, Westfälische Volkskunde. Leipzig 1922. S. 143 ff.15) E. Fuhrmann und A. Schneider, Kirche und Volkstumim deutschen Raum. Zusammengestellt zur pädagogischen Auswertungim volkskundlichen Unterricht. Paderborn 1936. S. 106 f.

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16) Gugitz, Das Jahr, wie Anmerkung 7, Bd. I, S. 100.