römischen Toten- und Seelenfestes einerseits 7) und um die derdirekt anschließenden„ Caristia", eines sehr volkstümlichen fröh-lichen Festes 8). Die Kirche hat ihr Fest vom 4. Jahrhundert an inGeltung gebracht, wobei es nicht ganz sicher scheint, ob es sichnicht ursprünglich um die Feier des Totenfestes des hl. Petrusgehandelt haben mag, die man eben mit dem altrömischen Toten-fest zusammenfallen lassen wollte 9). Späterhin verstand man,, Cathedra Petri" jedenfalls als Fest der Einsetzung des Heiligenals Bischof, und zwar zunächst in Antiochia und späterhin in Rom.Daraus ergaben sich zwei Festtage, von denen der eine am 18. Jän-ner, der andere eben am 22. Februar angesetzt wurde. Die üblicheRegelung ist erst 1558 durch Papst Paul IV. verfügt worden. Derältere Termin schimmert gelegentlich noch durch, so vermutlich inSigle, wo man am 18. Jänner eine hl. Priska als Patronin derImker verehrte. Es handelt sich offenbar um ein Mißverstehen desKalenders: Am 18. Jänner stand wohl in einem lokalen Festver-zeichnis„ prisca cathedra Petri“, das alte Fest Petri Stuhlfeier,und daraus las man eine eigene Heilige Prisca, von der weiternichts bekannt ist 10). Das ähnelt der Sanctifikation der Wochen-tage in der Ostkirche 11).
Es bleibt aber auch in unserem Zusammenhang von Wichtig-keit, daß das Fest schon früh als fröhliches Gemeinschaftsfest mitentsprechendem Mahl abgehalten wurde. Beachtenswert klingt dieErmahnung der zweiten Synode von Tours vom Jahre 567 aus:„ Sunt etiam, qui in festivitate cathedrae domini Petri apostolicibos mortuis offerunt et post missas redeuntes ad domos proprias
7) Gustav Gugitz, Das Jahr und seine Feste im VolksbrauchÖstereichs. Bd. L, Wien 1949. S. 100.
8) Sartori, wie Anmerkung 6, Sp. 1531.
9) Sartori, ebenso, Sp. 1532( nach Archiv für Religionswissen-schaft, Bd. 20, 1921, S. 385 ff.).
10) Die Heiligenlegende führt Priska als römische Märtyrerin,die vom hl. Petrus getauft worden sein und im Alter von dreizehnJahren unter Kaiser Claudius das Martyrium erlitten haben soll. Vgl.Ludwig Donin, Leben und Thaten der Heiligen Gottes. Bd. I, Wien1853. S. 117.
Die Legende ausführlicher bei Henricus Fabritius, Ausszug Bewer-ter Historien Der Fürnembsten Heiligen Gottes usw., Köln 1599. S. 49.Ihre Attribute sind Adler, Löwe und Schwert. Vgl. Dietrich H. Kerler,Die Patronate der Heiligen. Ulm 1905. S. 5.
11) vgl. Georg Schreiber, Die Wochentage im Erlebnis der Ost-kirche und des christlichen Abendlandes Glossar ::: zum Glossareintrag Abendlandes( Wissenschaftliche Abhand-lungen der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Bd. 11) Köln 1959.
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