Jahrgang 
65 (1962) / N.S. 16
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Bienenhaltung und Bienenaufwecken

zu Petri Stuhlfeier

Aus der Arbeit am Atlas der burgenländischen VolkskundeVon Leopold Schmidt

Das Burgenland war und ist ein gutes Bienenland. Fast imganzen Lande wurde und wird die Bienenzucht gepflegt, zum Teilwar man schon früh organisatorisch darum bemüht ¹). Volkskund-lich hat man sich erst spät darum gekümmert, und dann fast nurdie alten Bienenwohnungen festgestellt 2). Das Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum derImker blieb unbeachtet. Es war schon viel, daß man gelegentlichbei der Aufzeichnung der einzelnen Terminbräuche im Jahres-lauf auch auf einen Bienentag einging. So konnte JohannKodatsch vor mehr als dreißig Jahren in seinem recht stoff-reichen Überblick über die Jahresbräuche im Burgenland fest-stellen: Am 22. Februar, am Tage Petri Stuhlfeier, geht derBienenvater nach altem Brauch zu den Bienen. Er erweckt diein festen Brocken aneinander sitzenden Bienenaus ihrem, Winterschlafe', klopft an die Körbe und hält eine Ansprache, daßes bereits auswärts' gehe, daß sie also die härteste Zeit über-standen haben 3). Das war immerhin ein Anhaltspunkt, denndiese Art des Bienenweckens" zu Petri Stuhlfeier ist ein auchweiterhin bekannter Brauch, der vor allem aus den angrenzendenBundesländern Niederösterreich und Steiermark geläufig warund sich daher flächig verfolgen zu lassen schien.

Anderseits war damit aber das Hauptgewicht auf den Termin-brauch gelenkt, im Gegensatz zu anderen Landschaften, wo mansich der Bienenvolkskunde stärker von der Sachkultur, vor allem

1) Bienenvater. Zeitschrift des Österreichischen Imkerbundes. Jän-ner 1956( Burgenland- Nummer).

2) Schmidt, Volkskunde des Burgenlandes( in: Burgenland- Lan-deskunde, Wien 1951), S. 628.

Jozsef Csaba, A vendek népi mehesz kedeseröl( Sur l'apiculturpopulaire des Vendes)( Ethnographia Nepelet, Bd. LIX, Budapest 1948,S. 125-128).

3) Johann Kodatsch, Sitten und Bräuche im Burgenland( Mit-teilungen des Burgenländischen Heimat- und Naturschutzvereines,Bd. IV, Eisenstadt 1930, Nr. 1-3, S. 47).

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