Jahrgang 
64 (1961) / N.S. 15
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Gebrauch der Späne und Haltegeräte

Bei den heute schon hier sehr seltenen Kobelherden 12) warenin ausgeprobt richtiger Höhe Spanhengste 13) angebracht. Das sindeingemauerte, zweimal flachgebogene Eisenbänder, in die man dieSpäne in einem Winkel von 10 bis 15 Grad nach der Flammseiteaufsteigend, einklemmte. Die Späne waren leicht herauszunehmen,um in den Kessel oder in einen Topf hineinleuchten zu können.Für die Beleuchtung am Tisch gebrauchte man vor Aufkommen derPetroleumlampe, die sich nicht einmal allgemein hier einbürgerte( nach übereinstimmender Aussage älterer Bauern), selbsterzeugteUnschlittkerzen oder den Öltegel, das irdene Lämpchen. Später-und heute oft noch auf Heimalmen die Blechdose mit derDochtfunsel. Für kurze Zeit des Beleuchtens wurden bei Tisch aberauch Lichtspäne verwendet, die in eine Spanzwinge geklemmtwurden. Das war cin oft schön geschnitzter Holzständer mit einerscherenartigen Eisenzwinge. Bei Tisch, in der Spinnstube und imStall, versorgte für gewöhnlich der Schafler( Schafhirte) im Winterdas Licht. Dafür erhielt er zu Weihnachten oder auch zu Osternbesondere Gaben.

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Bei Tätigkeiten, wobei man beide Arme brauchte, auch hinund hergehen mußte, wurde ein dicker Span ins Maul, zwischendie Zähne genommen. Die Abreuschen was vom brennendenSpan abfällt wurde gleich ausgetreten. Sogar am Heuboden ver-wendete man den Span solcherart.

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Auch im bodenständigen Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum kommt der Span vor. Zurösterlichen Feuerweihe trägt nach Brauch wiederum meist derSchafler den Holzbuschen ein vorne dickerer Holzprügel, umden früher, als man sie eben noch hatte, ein Spanbuschen rund-herum gebunden wurde. Buschn i seng di, s'heilig Foi. a segnet di!Buschen ich senge dich, s'heilige Feuer segnet dich! Nach diesemSpruch zog man den Prügel mit dem Spanbuschen wieder aus demFeuer und steckte ihn in den Schnee, um etwa entstehenden Brandder Späne zu verhindern.( Gewährsmann Alter Niggllechner,Hüttschlag). Mit den angekohlten, geweihten Spänen wurde dasOsterfeuer am Herd, das Flurfeuer am Ostermontag entzündet.Bei Gewitter und anderen Anlässen im Verlauf des bäuerlichenArbeits- und Festjahres war der geweihte Span in Gebrauch. Nochbekannt ist die Redensart A Buß auf'n Spanzweck". Damitbegann, vielleicht auch heute hie und da noch in bloßer Rede,

12) Franz Martin, Die Kunstdenkmäler des Landkreises Bischofs-hofen( Österr. Kunsttopographie Bd. 28) Abb. 103, 139 und 140.13) Spanhengst zu mhd. hengest, hengst stm.= Tragbalken, Waag-balken( Lexer 86). Hier Träger, wie Kesselhengst Kesselhalter.

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