Jahrgang 
64 (1961) / N.S. 15
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Siedlungslandschaft daher auch heute noch eine ganz bestimmteFarbenstimmung auf.

Die größeren Landesteile zeichnen sich aber durch mehr oderweniger bedeutende hauskundliche Eigenheiten und oft wiederdurch Beziehungen zu den Nachbarschaften außerhalb des Landes

aus.

Der Steingaden im Montafonerhause( gemauertes Vorhausund Küche) erinnert an dieselbe Eigenart im schweizerischenPrätigau. Das Haus im Walgau verrät mit seinem offenen Ständer-werksgiebel Beziehungen zum tirolischen Oberinntal, währendBregenzerwald und Rheintal mit ihren Steildächern, Kreuzgiebeln,Klebdächern und gekoppelten Fenstern, durch welche viel Lichtin die peinlich sauberen Stuben zu dringen vermag, ohne Zweifeldem Allgäu und Appenzellerland ähneln.

Das sich seit einem Jahrhundert in den Dörfern zum Bauern-haus gesellte Arbeiterhäuschen behielt die erwähnten Züge spar-sam bei.

Im Trachtenleben zählt der Bregenzerwald mit seinen Frauen-trachten zu einem der lebendigsten und konservativsten Gebietedes gesamten deutschen Kulturraumes. Während diese TrachtGotik und Renaissance formten, leuchtet aus der äußerst ge-schmackvollen Tracht der Montafonerin der Barock auf.

Haus und Tracht, Wohnen und Kleiden weisen Sauberkeitund ausgesprochen künstlerisch gediegenen Geschmack auf. Des-gleichen wird im weit gesteckten Rahmen von Sitte und Brauchdeutlich, daß neben dem sparsamen, arbeitssamen, weltoffen ge-schäftstüchtig nüchternen Vorarlberger bislang die Schilderungvom konservativ heimatliebenden, in der Gemeinschaft tief durchdie Sitte verankerten, den Formen des Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtums in Freude undTrauer treu zugetanen, oft namentlich in den Bergen tanzver-sessenen, liedverwachsenen, des gern neckisch scherzenden Vorarl-bergers zu kurz gekommen ist.

Auch in den Redensarten offenbaren sich beide Anlagen. ImSagenschatz fällt neben der Erinnerung an historische Begeben-heiten der große Schatz an Spuk- und Armenseelengeschichten auf.Zu den alten Sagen wachsen immer wieder neue hinzu. Auch das Zweite Gesicht" ist nicht ausgestorben.

Von der Mundart war bereits die Rede. Ähnlich wie sich inihr die Talschaften von einander abheben, erzeigen sie sich auchin ihrer anthropologischen Gliederung.

Wie die Mundart Vorarlbergs eine über seine Grenzen hinausanerkannte dichterische Gestaltung erfuhr, so weist schon diemittelalterliche Literatur im kleinen Lande große Namen auf.

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