Jahrgang 
63 (1960) / N.S. 14
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ganz besonderer Bedeutung gewesen. Bis in diese Periode haben sichnun die Aktennotizen schon so vermehrt und bewährt, daß Moser eineigentlich volkskundliches Kapitel Vom Gang des Lebens in Dorf undFamilie daraus formen kann, an das sich ein weiteres Haus und Hof,Hausrat und Tracht anschließt. Da ergeben sich beispielsweise aucharchivalische Notizen zur Geschichte der örtlichen Möbelmalerei. Nachder Besprechung der Nöte im Spanischen Erbfolgekrieg verfolgt Moserdie Geschicke der Hl. Kreuz- Bruderschaft im Orte, die 1720 genehmigtwurde. Nach der Übersicht über die durch den Österreichischen Erbfolge-krieg heraufbeschworenen Schwierigkeiten beschäftigt er sich mit denJahresfesten, Bräuchen und Unterhaltungen", nach der Darstellung derFranzosenkriege endlich mit dem Volkstheater. Dieses wichtige Kapitel,in die beiden Hälften Das geistliche Spiel und Das Ritterschauspiel"gegliedert, ist durchaus nicht überdimensioniert, der spezielle Interessentwird sich auch künftighin an Mosers frühere Arbeiten darüber haltenmüssen. Er hat eben alle seine weit- und tiefreichenden Einzelaufschlüssejeweils in das größere Gesamt der Ortskunde einzubringen getrachtet undauf diese Weise ein geradezu vorbildliches Heimatbuch geschaffen, dasallen heimatgeschichtlichen Belangen gleichmäßig gerecht wird.

Die Ausstattung mit Quellennachweisen und Registern braucht indiesem Fall nicht betont zu werden, das Buch ist vorzüglich gearbeitet.Ein Sonderlob gebührt der zureichenden Bebilderung mit Photographienund der hübschen Sonderausstattung mit sehr geglückten Strichzeich-nungen, mit denen Rattelmüller die Tradition der deutschenRomantikerzeichnung mit Glück fortführt. Ein schönes Buch, alles inallem, das den bedachtsamen Leser vielfach bereichern wird.

Leopold Schmidt

Georg Schreiber, Die Wochentage im Erlebnis der Ostkirche unddes christlichen Abendlandes Glossar ::: zum Glossareintrag  Abendlandes(= Wissenschaftliche Abhandlungen derArbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein- Westfalen,Bd. 11) 283 Seiten. Köln und Opladen 1959, Westdeutscher Verlag.

Das Thema der Wochentage hat Schreiber schon seit langem be-schäftigt. Er hat, anhand seiner wachsenden Kritik an den wahrlich dies-bezüglich recht unbefriedigenden Artikeln des Handwörterbuches desdeutschen Aberglaubens, reichliches Material dazu gesammelt, selbstver-ständlich mit besonderer Berücksichtigung der kirchlichen Rechts-geschichte des Mittelalters. Es haben sich ihm für jeden Wochentag be-sondere liturgiegeschichtliche Akzente ergeben, die man zweifellos beider Beurteilung von Volksglaubenszügen, die sich an die Tage geheftethaben, nicht übersehen darf. So tritt beispielsweise der Montag als be-vorzugter Tag des Totengedenkens stark hervor. Aber auch die Bezie-hungen der einzelnen Heiligen zu ihren Wochentagen, etwa Anna zuDienstag, Barbara zu Donnerstag, werden weitgehend behandelt.

Gewiß greift Schreiber, wie in allen seinen Veröffentlichungen, oftauch weit über sein Thema hinaus und versucht alle möglichen Rand-erscheinungen noch einzubeziehen, wo hingegen er vielleicht, zumindestwas den Volksglauben betrifft, die Kernerscheinungen nicht immer trifft.Man denkt dabei zunächst daran, daß die profane Geltung der Tage, imGlauben, im Spruch, im Lied, zuerst grundlegend dargetan hätte werdensollen. Dann müßte wohl die antike Grundlage jeweils präziser dar-getan werden, um die eventuelle christliche Hypostasierung richtig beur-teilen zu können. Besonders schwierig erscheint dies für die Volks-

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