die Volksgüter, sowohl die sachlichen wie auch die geistigen, wobeiletztere wie bei jeder Stadtvolkskunde begreiflicherweise bedeutendüberwiegen. Ungefähr ein Drittel des ganzen Bandes ist dem Volkslied,Volkstanz und Volksschauspiel gewidmet, wofür Commenda ja auch ammeisten und längsten vorgesammelt hat.
Sonst versucht der Band wie auch sein Vorgänger wieder möglichstumfassend zu sein, allen, auch den jüngsten Anregungen gerecht zuwerden und Ergebnisse auch neuester Vorarbeiten, z. B. jener vonKlier und von Lipp wie auch von anderen noch einzubeziehen. Dafürlegen schon die Eingangskapitel über die Tracht Zeugnis ab, die u. a.auch 3 Karten( Strahlungskraft der Linzer Goldhaube, S. 23; Verbrei-tungsgebiet des Kopftuches, S. 27; Strahlungskraft der„ Linzer Tracht",S. 29) nach Entwürfen von Lipp bringen. Dann folgen einige kleinereAbschnitte zur bildenden Volkskunst, insbesondere zum„ Linzer Möbel❝des 18. Jahrhunderts, wiederum mit einer entsprechenden Karte( Ver-breitungsgebiet der„ Linzer Möbel in ihren örtlichen Spielarten, S. 37)nach dem Entwurf von Lipp. Dann wendet sich Commenda demAndachtswesen zu, mit Andachtsbildern, Gnadenbildern, Votivgabenusw., wozu im Bildanhang verschiedene Votivbilder vom Pöstlingbergzu vergleichen sind. Ein Einschub über die Bastelarbeiten der Männerfolgt, sowie einige kleine Hinweise Graphik, Grabmäler und Rechts-denkmäler. Dann kommt der systematische Abschnitt über das Nah-rungswesen. Da bietet Commenda viel und gliedert oft auch einsichts-voll, z. B. die einzelnen Gerichte der Linzer Speiskarten nach ihrerkulturgeschichtlichen Herkunft( S. 63). Nach den Getränken wird denGebildbroten Aufmerksamkeit gewidmet, und der Zusammenhang vonSpeise und Trank mit dem Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum ist sehr kenntnisreich dargetan.Von den Genußmitteln geht es zu den Gaststätten, wobei wie auchsonst mehrfach die Grenze des eigentlich volkskundlichen Bereichesnicht unbeträchtlich überschritten wird.
Der Abschnitt„ Volksgestalten“, zu dem wieder einige Bilder imAnhang gehören, leitet zu den„ Geistigen Volksgütern“ über, von denenzunächst die Volkssprache behandelt wird. Der Übersicht halber ist dasKärtchen„ Die Sprachräume Oberösterreichs", dargestellt an den Mund-artformen des Wortes„ Brot" nach Hornung- Roitinger bei-gegeben. Nicht nur für dieses Kapitel, sondern für die ganze LinzerVolkskultur gilt das von Commenda hier herausgearbeitete Einfluß-schema( S. 103):
1. Bäuerliche Grundlage;
2. Geringe Eigengestaltung;3. Starker Wiener Einfluß.
Erfreulicherweise wird auch der Gebärdensprache Aufmerksamkeit ge-widmet. Dann wendet sich Commenda der„ Dichtung“ zu, von derKinderdichtung bis zum Volksschauspiel. Da gibt es auch erfreulichviele Proben aus seinem reichen Sammelgut. Nach Inschriften, Grab-schriften, Stammbuchversen usw. kommen die Sprichwörter und Redens-arten, Merkverse, Rätsel usw. und auch hier ist wenigstens kursorischauf die Einbindung dieses Gutes in das Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum hingewiesen.
Ein eigener Abschnitt gilt der Volkserzählung. Commenda machthier in höchst verdienstvoller Weise darauf aufmerksam, daß es nebenVolkswitz und Ortsneckerei noch die Stadtsage gibt, und legt auch eineAuswahl von Linzer Sagen und Legenden vor, für die man sich eineeigene größere Ausgabe mit entsprechender Kommentierung vorstellenkönnte. Dann kommt noch einmal die Volkswallfahrt zur Geltung.
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