Rudolf Hotzen köcherles legt Ernest Beyer in einer eigenenSchrift Zeugnis ab 6). Hier wie dort werden die sprachlichen Erscheinun-gen in ihrer engen Beziehung zu den dinglichen Gegebenheiten gesehen,Zum Wort tritt das Sachzeugnis, zum phonographischen DokumentPhotographie und Zeichnung. Ernest Beyer wies auf den Gewinnhin, welcher der elsässischen Volkskunde aus seinen Aufnahmearbeitenzukommen wird. Im Anhang zu seinem Aufsatz„ Ethnographie etfolklore" gibt er eine Übersicht der Stichworte aus dem Bereich dervolkskundlichen Forschung 7): Abschnitt 1.- 16. enthält Fragen zumSiedlungs- und Hauswesen; 17.- 22. Hausrat und Möbel; 23. Speise;24. Kleidung; 26.- 29. Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum im Kirchen- und weltlichen Jahr,Spiele, Meßtag; 31.- 37. Acker- und Weidewirtschaft; 38.- 40. Besitz-rechtliches und Maße; 41.- 45. Wirtschaftsbauten; 44.- 47. Vieh- undMilchwirtschaft; 48.- 59. Bäuerliches Arbeits- und Transportgerät;59-65. Bauern-, Winzer- und Waldarbeit. Die Photographien undKartenentwürfe, die dieser Zusammenstellung der volkskundlichen The-men aus dem Frageheft des elsässischen Mundartatlas beigegeben sind,gewähren eine überzeugende Vorschau auf die reiche Ausbeute unddie neuen Einsichten, die sich aus der zu den Einzelheiten vordringen-den direkten Erhebung der Erscheinungen und ihrer Festlegung imRaume ergeben. Ernest Beyer selbst wird durch seine bisherigenErgebnisse derart ermutigt, daß er in dem erwähnten Aufsatz eineAusdehnung der Befragung auf die geistigen und brauchmäßigen Über-lieferungen vorschlägt, die als Ergänzung zu den sachkundlichen Er-hebungen nur so ist die terminologisch ungeschickte Zweiheit indem Titel:„ Ethnographie et folklore" zu verstehen- treten unddamit die Grundlage zur Schaffung eines landschaftlichen Volks-kundeatlasses bieten sollte. Vorläufig blieb es aber bei der bloßenAnregung. Was den Mundartatlas noch anbetrifft, so waren im Novem-ber 1957 von den 180 ausgewählten Orten des Elsaß und des deutsch-sprachigen Anteils Lothringens. Département Moselle, 100 erfragt. DieHerausgabe der ersten elsässischen Mundartkarten ist für das Jahr1961 geplant.
Mit der Erwähnung der beiden Unternehmen volkskundlicher undmundartkundlicher Gegenwartsaufnahmen ist die Aufzählung solcherBestrebungen im heutigen Elsaß erschöpft. Die Museen, welche derVolkskunde in ihrem Arbeitsprogramm einen Platz einräumen, tretennicht als Stätten geplanter Aufnahmearbeit hervor. Einzelforscherführen gelegentlich örtlich oder sachlich begrenzte Umfragen durch,ihre Ergebnisse, soweit sie den Weg in die Öffentlichkeit finden, wer-den durch die elsässische Bibliographie laufend angemerkt 8). Davonist weiter unten zu berichten.
7) Ernest Beyer, Ethnographie et Folklore. Suggestions pour uneenquête ethnographique en Alsace et en Moselle.( Bulletin de laFaculté des Lettres des Strasbourg, 34. Jg., 1956, Nr. 5, S. 203-225.7 Bildtafeln, 7 Karten.)
8) Beispielshalber: Louis Schely, Les feux de la Saint- Jean.( Revue d'Alsace, Bd. 86, 1959, Nr. 557, S. 257-242.) Alfred Pfleger,Roches sacrées. Survivances du culte des pierres en Alsace, Bd. 93,1954. Nr. 570, S. 77-104.)- Lucien Pfleger, Culte des eaux et sourcessacrées en Alsace.( Revue d'Alsace, Bd. 92, 1955, Nr. 569, S. 57–78.)
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