das Einbürgern der Kulte der heiligen Franz Xaver und Ignaz inden von katholischen Fürsten beherrschten Teilen des DeutschenReiches durch die dort entstandenen Jesuitenkollegien. Dabeikonnte bald die Verehrung der beiden genannten Heiligen, balddie des einen oder des andren dort in verschiedener Stärke ver-wurzelt werden. Dieses Angesiedeltwerden der beiden oder einesderselben Kulte hing unseres Erachtens in hohem Maße von derRegsamkeit und Geschicklichkeit der Jesuiten ab, mit der sie demdeutschen Volke willkommene Brauchformen mit dem Kulte dieserHeiligen in Verbindung brachten. Diese von den Jesuiten geübtePraxis war jedoch keineswegs neu, sondern entsprach ganz dervon der katholischen Kirche im Mittelalter angewandten Methode,nur die Art der Ausführung war gewiegter als früher. Die gleicheBeobachtung kann man ja auch bei dem sonstigen Vorgehen derJesuiten machen, das sie für das Erreichen der bodenständigenVerehrung ihrer Heiligen Ignaz und Franz Xaver anwandten. G.Schreiber hat diese jesuitische Werbetätigkeit bereits in vollemUmfange aufgerollt. Neben der Darstellung der beiden Kult-objekte auf Standbildern und der Aufstellung von Altären fürdiese beiden Heiligen in den deutschen Jesuitenkirchen flochtendie Jesuiten auch in Predigten die wichtigsten Szenen aus demLeben der Heiligen Ignaz und Franz Xaver ein. Ebenso wurdedurch zahlreiche Ausgaben kleiner Andachtsbilder, auf denen dieseSzenen abgebildet und beschrieben werden, eine wirksame Propa-ganda für die Verehrung dieser beiden Heiligen erzielt. Die Szeneder Massenbekehrung der Indier durch Franz Xaver sowie die Todes-szene des gleichen Heiligen auf der Insel Canzian bei China( 1552)bildeten nach Schreiber die wirksamsten Stellen in der Lebens-geschichte dieses Heiligen. Die Jesuiten arbeiteten diese daher mitVorliebe in Wort und Schrift heraus und sorgten dafür, daß diesebeiden Szenen auch in bildlichen Darstellungen zur Unterstützungihrer Predigten dem Volke vor Augen geführt wurden. DiesesErzählgut erwies sich nach G. Schreiber im katholischen Abend-lande Glossar ::: zum Glossareintrag lande so eindrucksvoll, daß der Gestalt Franz Xavers gleich denMärtyrern der ersten christlichen Jahrhunderte ein heroenhafterZug beigemessen wurde. Es rief nach ihm sogar bei vielen dieSehnsucht wach, die fernen Länder, in denen sich Franz Xaversreiche Erlebnisse abgespielt haben, mit eigenen Augen kennenzu-lernen und dann zu beschreiben. Das verhältnismäßig seltene Vor-kommen von Franz Xaverkirchen,-Kapellen und-Glocken inDeutschland mit Ausnahme der Jesuitenkollegien und Universi-tätskirchen erklärt G. Schreiber wohl zutreffend aus dem dafürzu spät fallenden Wirken dieses Heiligen, dessen Verehrtwerdenin der barocken Hochflut der Bruderschaftsbildungen einsetzte und
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