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brauch vielleicht etwas zu wenig beachtet. Auffällig der von ErichHupfauf in Schwendberg im Zillertal festgehaltene Ausdruck„ Pinggal-pechtn"( also Binkerlperchten, Heischegänger) für die Umzugsspieler desDreikönigsabends 6). Auch in Tirol ist die Braucherneuerung von kirch-licher Seite im Gange, von der Seelsorge Pradl- Ost beispielsweise werdeneigene Spielhefte dafür ausgegeben. Die Vorarlberger Museenhaben keine Sternsinger- Objekte, die Vorarlberger Schulen teilen mit,daß das Sternsingen in ihren Orten nicht Brauch sei.„ Weder üblich nochbekannt", das ist der Tenor der Vorarlberger Antworten.- DieWiener Heimatmuseen haben keine Bestände. Einige Museumsleiterwaren aber so nett, auf ihnen von anderswo bekannte Bräuche hinzu-weisen, bzw. auf das Sternsingbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Sternsingbrauchtum der Heimatvertriebe-nen aufmerksam zu machen. Unsere Umfrage hat sich mit der Er-hebung bei den heimatvertriebenen Volksdeutschen nur am Rande be-faßt. Wir erfuhren vom Sternsingen in den Baracken in Wien XIII, amKüniglberg, dann ausführlich von dem Brauch der Rumäniendeutschenin den Lagern am Stadtrand von Linz durch Frau Dr. Helene Grünn.Durch Herrn Amtsrat Franz Lenz wurden uns zudem Aufzeichnungender heimatvertriebenen Böhmerwäldler zugänglich, darunter ein ganzesDreikonigsspiel, wie es in der Gegend um Rosenberg, Hohenfurth undFriedberg gesungen wurde.
Die Umfrage mit den 150 Antworten hat sich also doch gelohnt. Esist ein kleiner Querschnitt durch den Bestand an der Mitte des XX.Jahrhunderts erzielt worden, der in gewissem Sinn dokumentarischenWert besitzt. Seine weitere Auswertung wird die durch ihn gegebenenBelege in die bereits bekannten Zeugnisreihen einordnen und die jeweili-gen landschaftlichen Entfaltungen dartun können, vielleicht doch etwasgenauer, als es allein auf Grund des vorher vorhandenen Materialesmöglich gewesen wäre.
6) In Hupfaufs Zillertaler Wörterbuch finde ich nur„ Gömmacht-perchten" verzeichnet. Vgl. Erich Hupfauf, Sagen, Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum undMundart im Zillertal(= Schlern- Schriften Nr. 148). Innsbruck 1956, S. 145.Die anderen tirolischen Wörterbücher kennen den Ausdruck nicht.
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