wald" 3), so ist das der Nachklang jener Einsicht unseres gemein-samen verewigten Freundes Frieß. Leider hat ja sein Hinweissonst bisher kaum eine Wirkung gehabt und haben können:Jenes Jahrbuch, in dem er erschien, wurde im selbigen Jahr 1938gleich nach Erscheinen eingezogen und eingestampft,sua fata libelli. Überblickt man heute die Beiträge dieses Bandes,dann könnte man sich wohl vorstellen und wünschen, daß er nocheinmal aufgelegt werden sollte 4).
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Selbstverständlich konnte Frieẞ nur einen kleinen, aufwenige Belege beschränkten Hinweis geben. Er genügte aberdoch, um auf das vorliegende Problem aufmerksam zu machen.Als ich in die Lage versetzt wurde, einen Frageplan für dieBrauchtumsbefragung Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumsbefragung des Burgenlandes zusammenzustellen, ver-suchte ich zunächst einmal, mit der Nachkontrolle der im Burgen-land bereits aufgezeichneten Bräuche auszukommen. Sehr baldstellte sich aber heraus, daß noch manche andere Brauchzügevorhanden sein mußten, die den heimischen Sammlern niemalsbemerkenswert genug vorgekommen waren. Um die etwaigenMöglichkeiten zu erproben, ging ich also dazu über, Fragen zuformulieren, deren Stoff aus dem Brauch der benachbarten Land-schaften von Niederösterreich und in Steiermark geschöpft war.Der Vorteil dieser von einem Forschungszentrum aus gelenktenBefragung zeigte sich bald: Es waren weit mehr Brauchzüge vor-handen, als man angenommen hatte, und die Feststellung ihrerVerbreitung nun auch im Burgenland war sowohl für dieses wieauch für ganz Österreich von Interesse. Wir sind noch weit davonentfernt, alle durch diese Befragung erhobenen Stoffe auch schonrichtig auswerten zu können. Es hat sich aber schon bei derBehandlung markanter Brauchzüge des Weihnachtsfestkreisesgezeigt, wieviele Probleme mit diesen Aufzeichnungen verbundensein können. Ein weit verbreitetes und stark eingewurzeltesGrünbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Grünbrauchtum zu Weihnachten konnte mit dem Nachweis desBarbara- und Lucienweizens dargeboten werden ³), ein anschei-
3) Gustav Gugitz, Fest- und Brauchtumskalender Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumskalender für Öster-reich, Süddeutschland und die Schweiz. Wien 1955. S. 9 f.
4) Die Gründe für die Beschlagnahme und Vernichtung des Bandeskann man in dem wissenschaftsgeschichtlich bemerkenswerten Index„ Deutsche Volkskunde im Schrifttum", Berlin 1938, S. 49 f., nachlesen.
5) Schmidt, Barbara- und Luciaweizen. Die Verbreitung derweihnachtlichen Tellersaat im Burgenland( Kultur und Volk. Beiträgezur Volkskunde aus Österreich, Bayern und der Schweiz,= Veröffent-lichungen des Österreichischen Museums für Volkskunde, Bd. V, Wien1954, S. 387 ff.).
Als Fortführung dieser Arbeit erschien:
Helene Grünn, Der Barbara- Weizen bei den Donauschwaben( Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, N. S. Bd. 10, Wien 1956.S. 36 ff.).
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