Lexikon der Marienkunde. Herausgegeben von Konrad Alger missen,Ludwig Böer, Karl Feckes, Julius Tyciak. Regensburg 1957,Verlag Friedrich Pustet. Einzellieferung DM 9,50.
Dieses in Lieferungen erscheinende Spezial- Lexikon verdient einenHinweis, weil es offensichtlich bestrebt ist, sich die volkskundliche For-schung, insbesondere also die Wallfahrtsforschung, nutzbar zu machenund daher zur Eingliederung unserer Spezialdisziplinen in größere Zu-sammenhänge nutzbringend sein wird. Zudem wird es ja auch vonvolkskundlicher Seite gefördert. Unter den Fachleuten finden sich KarlMeisen( Bonn) für Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und Josef Dünninger( Würzburg)für germanische Literaturgeschichte sowie Josef Matl( Graz) für sla-wische Literaturgeschichte. Unter den Mitarbeitern müssen die Öster-reicher Gustav Gugitz, Hans Aurenhammer und LeopoldKretzenbacher genannt werden. Gugitz ist schon in der vor-liegenden ersten Lieferung mit mehreren Artikeln über einzelne öster-reichische Wallfahrtsorte vertreten, die also zu seiner großen fünfbändi-gen Topographie der österreichischen Wallfahrten parallel gehen, aberdem Sinn dieses Lexikons nach für die Marienwallfahrten spezialisiertsind. Erfreulicherweise zeigen auch die ikonographischen Artikel dierege Benutzung der neueren österreichischen Literatur auf diesem Ge-biete, also besonders der in der Reihe unserer„ Veröffentlichungen"erschienenen Publikationen von Karl Spieß und Hans Auren-hammer. Das Werk ist offenbar sehr genau gearbeitet, mit ausführ-lichen Literaturangaben ausgestattet und vorzüglich bebildert. Man kannihm also wohl einen guten Fortgang wünschen.
Leopold Schmidt
Karl Hillenbrand, Bemalte Bauernmöbel aus württembergischFranken. Ein Höhepunkt deutscher Bauernmalerei. Mit einem Vorwortvon Archivrat Karl Schumm. 48 Seiten, 24 Photos, 5 Farbtafeln. Stutt-gart 1956, Verlag Silberburg. DM 4,80.
Im ehemaligen Fürstentum Hohenlohe gab es im frühen 19. Jahr-hundert eine blühende Möbelmalerei, deren Höhepunkt die Kunst desJohann Michael Rößler aus Untermünkheim darstellt. Der 1791 geborene,1849 gestorbene Tischlermeister bemalte seine Kasten nicht nur, ersignierte sie auch sehr häufig, so daß sich die Zuweisung vieler bemalterMöbel der Gegend an ihn sehr leicht gestaltet. Zahlreiche Stücke davonstehen in örtlichen Museen, viele auch in der Privatsammlung des Ver-fassers, und daher konnte hier ein sehr aufschlußreicher Bericht überMann und Werk vorgelegt werden, der quellenmäßig zum besten ge-hört, was in den letzten Jahren über Möbelmalerei veröffentlicht wurde.Leopold Schmidt
Großauheim 806 bis 1956. Heimatbuch zum 1150jährigen Bestehen mAuftrage der Gemeinde und unter Mitarbeit zahlreicher Fachleuteherausgegeben von Mathilde Hain. Frankfurt am Main 1956,Kommissionsverlag Dr. Waldemar Kremser. 306 Seiten mit zahlreichenAbbildungen.
Ein seltener Fall, daß ein Heimatbuch von so kundiger Hand ge-macht wird. Mathilde Hain hat ihrem Heimatort ein sehr schönes, aus-gezeichnet ausgestattetes Buch geschenkt, das dementsprechend auchvolkskundlich orientiert ist. Außer den vor- und frühgeschichtlichen Ar-tikeln interessieren uns die guten Arbeiten von K. und H. Kurz-
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