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60 (1957) / N.S. 11
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5. Allgemeine Übersichtskarte für die im Hauptteil besprochenen Orte)kommen dagegen gut zur Geltung. Vom methodischen Standpunkt seibesonders auf die Darstellung der Verbreitung der Stachelkugel alsGebärmuttervotiv in Südtirol hingewiesen, die ob ihrer klaren Begren-zung ausführlich diskutiert werden sollte.

Während also die Ausstattung des Werkes eine gewisse Enttäu-schung bereitet, warten anderseits die Register im 3. Band mit einerangenehmen Überraschung auf: Sie sind nämlich von Gustav Gugitzangelegt. Der große Topograph der österreichischen Wallfahrten hatsich die Mühe genommen, die Erneuerung meines vor einem Viertel-jahrhundert zur ersten Auflage des gleichen Werkes angelegten Regi-sters vorzunehmen, und mit seiner bewährten Fertigkeit und Erfahrunggerade auf diesem Gebiet des wissenschaftlichen Handwerks einenäußerst brauchbaren Nachschlagebehelf geschaffen.

Das Hauptwerk von Rudolf Kriss bedeutet einen historischenMarkstein der Wallfahrtsvolkskunde. Nach seiner Neusetzung kannnunmehr weitere Forschung beginnen, nicht zuletzt, wie wir hoffen underwarten, unter den Auspizien des großen Forschers selbst.

Leopold Schmidt.Rudolf Kriss, Eisenopfer. Das Eisenopfer in Brauchtum Glossary ::: show glossary-entry  Brauchtum und Ge-schichte. Allgemeines Orts- und Patroziniumsregister, Verbreitungs-karten, Katalog der Eisenopfer der Sammlung Kriss am BayerischenNationalmuseum in München und Bibliographie von Lenz Kriss-Rettenbeck, Bildteil von Lis Römmelt, Bayerisches Landes-amt für Denkmalpflege. 75 Seiten, mit 56 Abb. auf 31 Bildtafeln, und2 Karten. München 1957, Verlag Max Hueber.

Ein erster Schritt der weiteren Forschung im Sinn von Rudolf Krissund zum Nutzen der gesamten Wallfahrtsvolkskunde wird soeben getan:Der von mir angeregte Katalog der Sammlung Kriss beginnt mit diesemschönen Band zu erscheinen. Volkskundliche Privatsammlungen habenbisher nur sehr selten wissenschaftliche Kataloge erlebt. Umso erfreu-licher, daß die größte Sammlung unseres Gebietes, eine Sammlung voninternationalem Rang und Ruf, nunmehr eine derartige Katalog-Publikation erhält.

Dieser erste Band ist dem Eisenopfer, also einem Zentralteil derSammlung, einem wahren Lieblingsgebiet aller an unserer ForschungBeteiligten, gewidmet. Wie der ausführliche Titel des Bandes schonbesagt, stammt die Einführung in die Materie von Rudolf Kriss selbst,der dabei im wesentlichen seine Ausführungen aus dem Jahrbuch fürhistorische Volkskunde Bd. III, 1934, S. 277 ff. in erneuerter Form wieder-gibt. Freilich hat er seine zahlreichen neuen Eunde, nicht zuletzt in derSchweiz, in Frankreich und Belgien miteingearbeitet, und auch Neu-funde auf österreichischem Boden in das Schema seiner Hauptverbrei-tungsgebiete miteinbezogen. Von besonderer Bedeutung sind hier seineAusführungen über die Eisenopfer im Salzkammergut, wo er die bisherunbekannten Stücke aus Gosau kennengelernt hat, die seiner Ansichtnach Verbindungen sowohl zum altbayerischen wie zum steirisch- kärn-tischen Verbreitungsgebiet aufweisen. Ich glaube, daß hier nicht nur dieTypologie befragt werden darf, sondern auch die historische Verbindungdes Salzkammergut- Wallfahrtswesens mit Salzburg. Gosau zumindestversteht man nicht von Ischl her, sondern eher vom Lammertal aus.Es gibt da für die an sich protestantische Gosau ein sehr bezeichnendesgeschichtliches Zeugnis: Im Jahr 1601 verweigerten dreihundert bewaff-

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