Umritt jedoch bleibt auf die erste Feier im Juli beschränkt undendet sozusagen weltlich mit einer Art Wettreiten der Pferdeaußerhalb des heiligen Bezirkes auf einer Strecke, die gegen denOrt zu verläuft.
Der heilige Konstantin, der auf dem Hochaltar verehrt wird,in Gestalt einer gekrönten sitzenden, holzgeschnitzten Figur, istvon ziemlich primitivem Glossar ::: zum Glossareintrag primitivem Aussehen. An der linken Längswandbefindet sich eine Muttergottesstatue. Im Langhaus hängen meh-rere Votivtafeln, die jedoch alle aus neuerer Zeit stammen undwenig charakteristisch sind. An handgeformten Votiven entdeckteich einzig einen wächsernen Arm. Auf meine Frage an denMesner, ob es denn früher keine hölzernen und wächsernenOpfergaben gegeben habe, erzählte mir dieser, er habe sie einJahr vorher auf Befehl des Pfarrers wegräumen und verbrennenmüssen. Er zeigte mir sogar noch den Platz, wo dies geschehen sei.Wir schließen hier die Schilderung einiger, im nordwest-lichen Teil des Landes gelegener Gnadenstätten und beginnen mitdem Bezirk von Alghero. Sehr berühmt ist das etwa 8 km südöst-lich der Stadt gelegene Maria di Valverde. Hier findet am Sonn-tag nach Ostern alljährlich ein großes Volksfest statt. Die Be-wohner des ganzen Bezirkes, Logudoro genannt, finden sich hierzuein. Der Zustrom der Pilger erstreckt sich auch noch auf die fol-genden Sonntage im April und Mai. In der übrigen Jahreszeit istes hier jedoch sehr einsam. Eine kleine Straße führt von der Stadtaus zwischen Gärten und Ölbäumen hinaus. In einer von sanftenHügelrücken eingeschlossenen Mulde liegt die kleine bäuerlicheWallfahrtskapelle, an welche ein halbzerfallenes größeres Ge-bäude angeschlossen ist, welches heute als Ökonomie dient undvon einer bäuerlichen Familie bewohnt wird, die zugleich dieMesnerdienste verrichtet. Über dem Hochaltar der Kapelle stehtdas Gnadenbild, eine schwarze, ziemlich kleine, etwa 20 cm hoheFigur der Muttergottes mit dem Kinde, welche mit einem drei-eckigen Kultgewand angetan ist. Die Mesnerin erzählte mir, daßsie an den Feiertagen ein anderes festliches Gewand erhielte,welches von geopferten Schmuckgegenständen dicht behangen sei.Alghero ist bekannt wegen seiner Korallen, aus welchen die ein-gesessenen Juweliere schöne Schmuckstücke anfertigen und so istes natürlich kein Wunder, daß auch das Gnadenbild von Valverdemit solchem Korallenschmuck verziert ist.
In einer Kammer des ersten Stockwerkes der Ökonomie, diegewöhnlich verschlossen ist. hat man die Votive zusammengestellt.Sie wurden vor Jahren einmal aus der Kirche entfernt und hun-derte von ihnen liegen haufenweise übereinander, von einer
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