finsterer unterirdischer Gang läuft, der früher wohl einmal insFreie mündete. An der rechten Seite der Längswand hängen einigewenige Opfergaben, hölzerne Hände und Füße, ferner Silber-opfer, nämlich Herzen und zwei Soldatengestalten. Die Silber-opfer gleichen denen von Unteritalien. Der Heilige selbst istzweimal auf eine primitive Glossar ::: zum Glossareintrag primitive Art dargestellt; eine bäuerliche Holz-figur auf dem Hochaltar zeigt ihn als Krieger mit Mantel undStiefeln, während an der Seite eine Prozessionsstatue steht, welcheihn im Meßgewand wiedergibt. Sein Hauptfest findet am Sonntagnach Ostern statt, wozu viel Volk aus der Umgebung herbei-strömt. Bei dieser Gelegenheit wird auch ein Umzug abgehalten.
Nach weiteren 20 km Fahrt gelangt man zum Dorfe Sedilo,das am Westufer des Tirso- Sees gelegen ist. Abermals etwa 2 kmaußerhalb des Ortes, in östlicher Richtung, erhebt sich die be-rühmte Wallfahrt San Antine. Vom Kirchenhügel aus bietet sichein prächtiger Blick über den ganzen See. Antine ist eine volks-tümliche Abkürzung von Konstantin, welchem Heiligen die Kirchegeweiht ist. Die ganze Anlage ist wiederum außerordentlich inter-essant( Abb. 11). Die Kirche selbst steht auf einer gemauertenRampe, zu welcher steinerne Treppen emporführen. Die Mauerdes heiligen Bezirkes beschreibt einen großen unregelmäßigenBogen; durch ein gemauertes Tor betritt man das Innere. Linksund rechts des Einganges befinden sich an die Mauer angebautdie Pilgerherbergen, die jedoch nur eine relativ kurze Streckedie Mauer begleiten, welche dann ihrerseits den Hügel hinan-steigt und hinter der Kirche wiederum herabläuft( Abb. 12).Unterhalb der Kirche steht inmitten einer runden Steinumfassungeine Säule mit einem Kreuz, in deren Nähe quillt auch einBrunnen. Im Juli wird zu Ehren des heiligen Kaisers Konstantinein großes Fest gefeiert, das sich vom 5. bis zum 8. erstreckt. DenHöhepunkt jedoch bildet der Abend des 6. und der Morgen des7. Juli. Zur Erinnerung an den Sieg Konstantins über Maxentiusan der Milvischen Brücke findet nämlich an beiden Tagen einegroße Cavalcata statt, zu welcher sich die Bauern der Umgebungin ihren reichen und farbenfrohen Trachten einfinden und abendsund morgens wird die Säule des heiligen Konstantin dreimalumritten, die Kirche selbst jedoch siebenmal. Die Benediktionwird sowohl vom Kreuz in der Mitte des Mauerringes als auchvon der Kirche aus erteilt. Viele Pilger kommen zur Buẞe barfußund mit aufgelösten Haaren und umschreiten auf Grund einesVerlöbnisses ebenfalls mehrere Male die Kirche.
Das zweite große Fest wird im August abgehalten und istmit einer Novene verbunden, die vom 21. bis 29. dauert. Der
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