Jahrgang 
60 (1957) / N.S. 11
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gebrochen( Länge 19, Höhe 10, Durchmesser 5 cm). Als letzteshandgeschnitztes Tiervotiv bilde ich ein sehr primitives Glossar ::: zum Glossareintrag  primitives Schweinab, Abb. 5, Fig. 2, das recht plump und ungelenk wirkt. DenSchwanz vertritt ein in das Holz eingebohrter Strick. Hufe, Maulund Nüstern sowie die kleinen Augen sind eingekerbt( Länge 17,5,Höhe 12, Dicke 5,5 cm).

Abb. 6 zeigt einen gleichfalls handgeschnitzten Maultierfußaus neuester Zeit. Daß es wirklich ein Maultierfuß ist, zeigt diean der Opfergabe befestigte Photographie, die besagtes Haustieroffenkundig vor dem Stalleingang zeigt. Auf der Rückseite derPhotographie steht die Widmung: A la Madonna di Rimedioper grazia ricevuta 1951."

Das letzte Bild( Abb. 7) zeigt einen Apfelschimmel aus Papier-Maché, weiß und schwarz bemalt, auf einer grünen Platte mitRädern. Ich fand etwa vier solche Exemplare in der Votivkammerund die Gegenstücke dazu im Laden eines Spielwarengeschäftesvon Oristano( Höhe 31, Länge 32, Durchmesser 8,5 cm).

Etwa 30 km nördlich von hier liegt einer der ältesten reli-giösen Mittelpunkte Sardiniens. Es handelt sich um das kleine.aus lauter alten und niederen Steinhütten bestehende DorfBonarcado, an dessen oberstem Ende, auf einem freien, mitBäumen bestandenen Platze zwei sehr alte Kirchen sich erheben,nämlich die romanische Pfarrkirche Santa Maria, deren baulicheAnlage aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammt und eine vielkleinere, unmittelbar daneben stehende Wallfahrtskapelle,namens Madonna di Bonacattu, die trotz ihrer Kleinheit eine derältesten und meistbesuchtesten Wallfahrten Sardiniens darstellt.Die Kapelle hat die Gestalt eines griechischen Kreuzes und einerkleinen Kuppel über der Kreuzung ihrer Arme. Sie stammt ausder byzantinischen Zeit und wurde mehrfach renoviert und über-baut. In ihrer heutigen Gestalt entstammt sie ungefähr der Mittedes 12. Jahrhunderts. Das Gnadenbild steht auf dem Hochaltarund stellt ein kleines bemaltes Terrakotta- Relief der Mutter-gottes mit dem Kinde dar, welches als das Werk eines Floren-tiner Bildhauers aus der Zeit der Renaissance gilt. Es ist wahr-scheinlich um 1600 entstanden.

Im Sakristeiraum fand ich zu meiner Freude abermals zahl-reiche hölzerne und wächserne Votive, wobei das Holzopfer daswächserne weit übertraf. Ich notierte Arme und Beine, Händeund Füße mit und ohne Wunden und abermals zahlreiche Brüste.Manche von ihnen waren aus Holz und mit Wachs überzogen.Als Seltenheit kann ein auffallend großer, dicker hölzerner Bauch( Abb. 8, Fig. 2) bezeichnet werden, der bei weitem das größte

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