Jahrgang 
58 (1955) / N.S. 9
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Franz Anton Brauner, Steirisches Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum im Jahrlauf. Graz-Wien, Leykam Pädagogischer Verlag, 1955. 136 Seiten, zahlreicheAbbildungen.

Der Autor des vorliegenden Heftes hat mit seinen SteirischenHeimatheften eine ansprechende Sammlung von steirischen Sagen ver-faßt.( Vgl. die Besprechungen von Leopold Kretzenbacher in dieser Zeit-schrift NS. Bd. VI, 1952, S. 169 f. und NS. Bd. VIII, 1954, S. 154 f.) Nunlegt er, sozusagen als Ergänzung, dieses Heft vor, das man fast einekleine steirische Volkskunde für die Schule nennen könnte.

An eine kurze Zusammenschau des Jahresbrauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag  Jahresbrauchtums nach Mona-ten, dem Kalenderjahr folgend, geordnet, schließt sich eine Reihe vonEinzelaufsätzen an, die nach verschiedenen Quellen( Geramb, Koren,Kretzenbacher, Pramberger, Rosegger) oder aus eigener Anschauungerzählt werden. Ein weiter Bogen spannt sich mit Arbeits- und Fest-brauch über das Bauernjahr, aber auch das Leben auf den Almen, dieArbeit der Köhler und Holzknechte wird geschildert. Ein Abschnitt iststeirischen Marterln, einer dem Maxlonmarkt in Niederwölz, schließlichein umfangreicherer dem steirischen Bauernhaus gewidmet. Eine Reihevon Wetterregeln und Haussprüchen sammelte A. Brauner selbst,steirische Rätsel Leopold Kretzenbacher. Eine Mundartgeschichte vonRosegger, Volkslieder, der Sonnwendspruch von Viktor Geramb, Mund-artgedichte von Hans Fraungruber und Hans Kloepfer runden dasfreundliche Bild zu einem Ganzen ab. Am Schlusse des Heftes findetsich ein Inhalts- und Quellenverzeichnis und eine Zusammenstellungeinschlägiger Literatur.

Zahlreiche Holzschnitte von M. E. Fossel und Lichtbilder des Her-ausgebers u. a. bilden den Schmuck des Buches.

Es liegt nicht in der Absicht des Verfassers neue wissenschaftlicheErgebnisse zu publizieren, sondern dem Volkskundler Bekanntes inleicht faẞlicher Form der steirischen Lehrerschaft und der Jugend in dieHand zu geben. Da er auch bemüht ist, noch Lebendes von Vergangenemzu scheiden, ist die Publikation für die wissenschaftliche Volkskundenicht ohne Wert.Maria Kundegraber.

Trude Aldrian, Bemalte Wandbespannungen des XVIII. Jahrhun-derts. Ein Beitrag zur Dekorationskunst des Rokoko. 60 Seiten,4 Farbtafeln, 59 Schwarzweißbilder. Graz 1952, Verlag Leykam.

Die gute Monographie eines wenig beachteten Gebietes der Kunst-geschichte. Für uns wichtig, weil die Brücke von der Gobelin- Wand-schmückung zur Stubenbemalung darstellend. Was in Schlössern undKlöstern auf Leinwand gemalt an die Wand gespannt wurde, das konntein den getäfelten Stuben vielfach direkt auf das Holz gemalt werden.Die Beispiele dafür sind ja leider selten geworden, und die einheimi-schen Museen haben auch fast nichts davon gerettet. Diese Stuben-malerei war übrigens zumeist motivisch geistlich bestimmt, wogegenhier hauptsächlich weltliche Themen vorgeführt werden, die aber gleich-falls aufschlußreiche Motive zeigen: Musik- und Tanzdarstellungen,Figuren und Szenen der Commedia dell' arte. Besonders die farbigwiedergegebenen Wandbespannung von Schloß Eggenberg sind einewillkommene Bereicherung unseres Anschauungsmateriales.

Leopold Schmidt.

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