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Weihnachtskrippe, Fußwaschung und Judas- Verbrennen, Heiliggrab undHimmelfahrt Christi. Das Problem der Ketten um die Leonhards-kirchen im Ostalpenraume gibt L. Kretzenbacher Gelegenheit,auf die Frage der Gürtung von Kultobjekten überhaupt einzutreten.Diese Gürtung und nicht das Material- erweist sich denn auchals das Entscheidende. In Frankreich weist Kretzenbacher Gürtungenmit Wachsfäden nach, in Syrien solche mit Stoff. Dazu kommennun Belege aus dem serbisch- makedonischen Raum, aus Kroatien undSlowenien, aus Gebieten also, die vom Verfasser in jüngster Zeit inwachsendem Maße und mit wirklich erfreulichem Gewinn in den Be-reich vergleichender Betrachtungen einbezogen wurden. Nachdem derVerfasser die Gürtung als eine der Grundformen des Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtums auf-gewiesen hat, erweist sich der Gebrauch gerade des Eisens als sekun-där. Es läßt sich nicht eindeutig erklären, warum die Kettengürtungin Mitteleuropa einzig und allein bei Leonhardskirchen vorkommt;es läßt sich nur vermuten, daß man die Heiltumsgürtung in der be-ginnenden Türkenzeit auf den kettenlösenden Eisenheiligen über-trug.Die verbotene Wallfahrt von Heroldsbach ist von R. Krissschon einmal zum Gegenstand einer höchst interessanten und auf-schlußreichen Abhandlung( in dieser Zeitschrift) gemacht worden. InWeiterführung und Ergänzung zu jenem Aufsatz bringt er nun dreiganz ausgezeichnet anschauliche Erlebnisberichte dieser modernenWallfahrt, welche die Spannungsgeladenheit zwischen den Ablehnendenund gläubig Miterlebenden eindrucksvoll miterleben lassen. Mitvergessenen Wallfahrtskultformen aus der Pestzeit setzt sich F. Les-koschek auseinander. Er schildert den hl. Sebastian als Pestheiligen;besonders interessant ist die Heiligenminne, das Trinken des Weinesaus der vermeintlichen Schädelschale des Heiligen; die Sebastians-pfeile wurden als Pestamulett angesehen. Mit dem Verlöschen der Pestvollzieht sich ein Patronatswandel und ein Verwendungswandel derPfeile. F. Lipp schenkt uns in Wort und Bild eine sehr hübscheSchilderung eines ganz entzückenden Wolfgangikastens, einer Art vonmechanischem Guckkastentheater. Fundberichte und Untersuchungs-ergebnisse von den Gruftbestattungen zu St. Michael in Wien, imZusammenhang mit den Quellen des dortigen Pfarrarchivs, gebenA. Mais Gelegenheit, uns bekannt zu machen mit den damaligenBruderschaften, vor allem aber mit der Geschichte dieser Bestattungenim 17. und 18. Jahrhundert: sehr bedeutsam, und bis anhin kaumbekannt, sind die bemalten Särge( meist aus Holz); die Sargbeigabenwerden ebenfalls miteinbezogen, wobei vor allem die Rosenkränzebeschrieben werden.- Sorgfältige Visitationsberichte gehören zu denwichtigen volkskundlichen Quellen: aus solchen Quellen des 16. und17. Jahrhunderts im Nordtiroler Unterland schöpft M. Mayer; wirvernehmen dabei merkwürdige Einzelheiten: Das Waschen des Altarsmit Wein, das Bestreichen der Glocke mit Butter, das Aufbewahrendes Chrisamhemdes in der Kirche( das Chrisamhemd hat auch sonsteine geheimnisvolle Kraft: man vergleiche die Urner Sage vom Wester-kind). Hübsch und geradezu salomonisch ist der Beschluß der Visita-toren einem„ wandernden“ Totenschädel gegenüber. In seiner Studieuber Schifferbrauch und Volksschauspiel im alten Laufen zeigtH. Moser, wie Schiffer aus Notlage sich zu wandernden Theater-truppen zusammentaten. Zu diesem Laufener Schiffertheater ist nunauch der 2. Band von Neweklowsky, Schiffahrt und Flösserei imRaume der oberen Donau( Linz 1954: S. 212 ff.) beizuziehen.O. Moser benützt eine Eintragung aus dem Jahre 1723 zur anschau-
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