nicht. Mitten in Wien lebend stand er doch den eigentlichen österreichi-schen Bestrebungen dieser Art ganz fern.
Über seine früheren Bestrebungen unterrichtet das Prospekt-Büchlein„ Die Volkskunde als Wissenschaft“. Zwei Vorträge von Wil-helm Heinrich Riehl und Adolf Spamer. Mit einem VerlagsberichtZwölf Jahre Arbeit für die deutsche Volkskunde“ und einem Anhang:Der Wilhelm Heinrich Riehl- Preis der Deutschen Volkskunde. Berlin-Leipzig 1935. Die Entwicklung von 1935 bis 1945 sollte wohl ein bessererKeuner einmal darstellen. Und wenn auch das letzte Jahrzehnt Kriegs,von 1945 bis 1955, für die Geschichte der Volkskunde belanglos war, wirdman seine Gestalt bei einer Würdigung der Entwicklung der deutschenVolkskunde im letzten Menschenalter nicht übersehen können. Er wolltedoch einige gute Jahre hindurch etwas sein, was unsere Forschung immerwieder gebraucht hat und weiterbraucht: ein Verleger der Volkskunde.Von den Veröffentlichungen Kriegs sei hier nur auf seine letztebesonders hingewiesen: Zwei Festlieder von einer Druckerhodizeit desJahres 1723. Zugleich ein Beitrag zur Frühgeschichte des thüringischenBuchdrucks und Buchhandels. 36 Seiten( in 150 römisch numeriertenAbzügen für den Buchhandel erschienen), Herbert Stubenrauch Verlags-buchhandlung, Wien/ Bad Bocklet/ Zürich, 1955.
Hans Plöckinger+
Leopold Schmidt.
Sonntag, den 3. April 1955, ist in Krems der hochbetagte StudienratProf. Dr. Hans Plöckinger gestorben. Plöckinger, ein langjähriges hoch-verdientes Mitglied unseres Vereines, hat vor allem die Weinbauvolks-kunde Niederösterreichs sehr gefördert. Er war der Gründer und Leiterdes Weinmuseums in Krems, das er mit reichen Beständen aus derVolkskultur der Weinhauer auszustatten verstand. Darüber unterrichtetvor allem sein Büchlein: Volkskunst und Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum der Winzer inNiederdonau( Niederdonau, Natur und Kultur, H. 3). Wien- Leipzig1940. Plöckinger hat aber auch ein gutes Sagenbändchen herausgegeben:Sagen der Wachau. Krems 1926, 110 Seiten, und in vielen Fachzeit-schriften sowie in populären Zeitschriften und Zeitungen manches Guteveröffentlicht. Unsere Zeitschrift brachte seine beiden Arbeiten„ DieMistelbacher Kirchtagsumzüge; ein alter Winzerbrauch“( Bd. XXXVI.1931. S. 65 ff.) und„ Die Auswertung der Geschichtsquellen für dieVolkskunde, Mit besonderer Berücksichtigung Niederösterreichs"( Bd. 51.1948, S. 13 ff.). Dem stets hilfsbereiten Forscher gebührt unser dankbaresAngedenken.Leopold Schmidt.
Veränderung in der Redaktion der Zeitschrift
Der Ausschuß des Vereines für Volkskunde hat beschlossen, dieRedaktion der Zeitschrift neu zu regeln. Bis zum Ende des VIII. Jahr-ganges der Neuen Serie wurde der Hauptschriftleiter von den beiden.Herren Univ.- Prof. Dr. Hanns Koren und Univ.- Prof. Dr. Anton Dörrerunterstützt. Nunmehr wurden die beiden Herren ihrer unterstützenden.Mitredaktion entbunden. Der Hauptschriftleiter wird ab dem IX. Jahr-gang die Zeitschrift allein redigieren, unter der ständigen Mitarbeit derHerren Univ.- Prof. Dr. Hanns Koren, Graz, Kustos Dr. Franz Lipp, Linz,Prof. Dr. Oskar Moser, Klagenfurt, und Direktor Dr. Josef Ringler,Innsbruck. Herrn Univ.- Prof. Dr. Anton Dörrer wurde für seine lang-jährige Unterstützung der Redaktion der verbindlichste Dank desVereines ausgesprochen.
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