Jahrgang 
58 (1955) / N.S. 9
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lische Aufzeichnungen 23), Sakralbauten 24), Bildsteine 25), Sagenund Legenden 26) über die Dreinagelwallfahrt" bezeugen es.

Nicht minder lebendig blieb diese Erinnerung an den Drei-nagelfreitag in der Steiermark, wo freilich die älteren Nach-richten noch nicht gesammelt sind 27), die Volksandacht an diesemTage aber gerade auch in unserer Sakrallandschaft der Nagel-kreuze gut bezeugt 28) und bis zur Gegenwart gehalten wird 29).Hier in der Steiermark hat sich anscheinend auch eine gegen-ständliche Beziehung zwischen dem Ursprunge des Festes, seinemNamen und der Sonderform der Volksreligiosität zumindest bisin die Halbvergangenheit darin erhalten, daß man einst Nägel alsErinnerung an die Kreuzesmarter ausgab oder wie ein geweihtesMitbringsel zu kaufen erhielt. So besagt ein Bericht darüber: Die Dreinagelfreitage sind die drei Freitage vor dem Palm-sonntag, sie werden im Oberlande festlich begangen. Ihren Namenhaben sie von den drei Nägeln, die in den Wunden Christi stakenoder weil man an diesen Tagen Nägel und Eisenwaren vor denKirchen feilhält. Prozessionen ziehen in den Ort der Pfarrkirche,die Kaufleute putzen ihre Läden, nach der Messe wird lleißig

23) L. Schmidt, ebenda 724 nach M. Wutte, Zur Geschichte derKirche am Helenenberg.( Carinthia 1, 127. Jg., 1937, 74 ff.)( Erträgnis derOpferung am Dreinagelfreitag des Jahres 1463 in der Magdalensberg-kirche).

24) G. Gugitz. Kärntens Wallfahrten im Volksglauben und Brauch-tum Glossar ::: zum Glossareintrag tum.( Carinthia 1, 141. Jg., 1951, 184)( Dreinagelkapelle in Arnoldstein).2) A. Jaksch. Ein verschollenes mittelalterliches Kunstdenkmalam Magdalensberg.( Carinthia I, 90. Jg., 1900, 112 f.)( Schmerzensmann,zu dessen Rechter ein Engel mit einem Nagel stand; heute ver-schwunden).

26) G. Graber, Sagen und Märchen aus Kärnten. Graz 1935, 141( Lavanttal).

2) Vgl.( J. J. Fugger) Spiegel der Ehren des Erzhauses Öster-reich. Erstlich durch J. J. Fugger, nunmehr durch Sigm. v. Birken,Nürnberg 1668, 308: der heilige drey Naegel tag das ist der drittefreytag nach Ostern".

28) Göth'sche Serie( hsl. Berichte zur Landesaufnahme des Erz-herzogs Johann in Steiermark 1811 ff.), aus Fischbach: Als besonderslöblicher Brauch, der zu Ostern herrscht, kann noch erwähnt werden.daß die Gemeinde betend und singend zur Kirche kommt und feierlicheingeläutet wird, was auch an den nächstfolgenden drei Freitagen( Nagelfreitage) zu geschehen pflegt( Bericht vom Jahre 1846)( Graz.Ld. Archiv).

Zur älteren Bezeichnung des Tages vgl. die Eintragung in derHerrschaftsraitung von Rotenfels( Obersteier) im Jahre 1720/21: anden sogenanten heyl. drey nagl vnd khumpf Khürchtag hab ich meinenambtschreiber nacher Niederwelz( Niederwölz) geschikt"( Hsl. Unger-Theiẞ Collection des Steir. Volkskundemuseums, Graz).

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29) Eigenaufnahmen in der mittleren und nördlichen Oststeiermark.