šiba wird hier die Notwendigkeit einer ständig die nationalen Grenzenübergreifenden Schau bei jedem volkskundlichen Einzelphänomen derOstalpen auf die Art der Entsprechung bei den beiden anderen Völkernoder Volksgruppen deutlich als eine wissenschaftliche conditio sine quanon dargetan. Dafür aber ist die gewissenhafte Aufbereitung des Mate-riales, wie es der Oberösterreichische Heimatatlas in den ersten Kartenmustergültig leistet, eine wesentliche Voraussetzung und Hilfe.Leopold Kretzenbacher
Leopold Kretzenbacher, Weihnachtskrippen in Steiermark.Kleine Kulturgeschichte eines Volkskunstwerkes. 64 Seiten mit 24 Bil-dern( Veröffentlichungen des Österreichischen Museums für Volks-kunde, Bd. III). Wien 1953, Selbstverlag des Österreichischen Museumsfür Volkskunde.
Durch diese mit liebevoller Hingabe geschriebene Arbeit erfahrenwir, wie es mit der Weihnachtskrippe in der Steiermark steht. Der Ver-fasser berichtet im 1. Abschnitte von den mit den gotischen Flügel-altären im Zusammenhange stehenden Weihnachtsdarstellungen, wozuder Schrein von Oppenberg, das Mittelstück eines spätgotischen Altaresum 1480 mit der Darstellung der Huldigung der drei Könige, gehört,wie auch von dem Krippenrelief in der Hinterlobming aus der Zeit um1525 mit einer Wiedergabe der Geburt Christi. Anschließend wird desKindelwiegens gedacht, das seit dem 14. Jahrhundert deutlich in Er-scheinung tritt und sich im Obermurtal und auch anderwärts in Steier-mark in einer rührend volkstümlichen Form mit Lied und Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumbis auf den heutigen Tag erhalten hat. Zur Barockzeit( 2. Abschnitt)tritt dann mit der Weihnachtskrippe der Jesuiten in Prag v. J. 1562 dieGestaltung in Erscheinung, die jene Merkmale zeigt, welche der Weih-nachtskrippe, wie wir sie verstehen, zukommen: freie Einzelfiguren, dienach Belieben versetzt und ausgewechselt werden können, und die un-behinderte Verwendung und Erweiterung der landschaftlichen Elemente.Im Jahre 1579 stellen die Jesuiten bereits eine Weihnachtskrippe in Grazauf. Die anderen Orden folgen rasch nach. Neu sind die beweglichen,bekleideten Figuren mit Wachsköpfen, welchen die führende Rolle zu-kommt. Diese Krippe dringt auch in die bürgerliche Schicht ein, wo ihrbesondere Pflege zuteil wird. Für die mechanisch bewegte Krippe bringtder Verfasser zwei frühe Beispiele: das„ gehende Kripperl“ der Mino-riten in Bruck a. d. Mur um 1650, dessen Figuren zwecks Bewegung andas Räderwerk der Turmuhr angeschlossen sind, und die Weihnachts-krippe mit bewegten Figuren im Kapuzinerkloster vor dem Paulustorin Graz, an die sich die Bekehrungsgeschichte eines Teufelsbündnersvom Dreikönigstage des Jahres 1666 anknüpft. Ein Meisterwerk derHochschicht, das in seiner Innerlichkeit als eine Fortsetzung der Gotikgelten kann, ist die Krippe des Schnitzers Jos. Thad. Stammel in Admontum 1750. Der Schaulust des Volkes kommt die große volkstümlicheKrippe der Stiftskirche von St. Lambrecht v. J. 1762 entgegen. Mit ihren134 Figuren werden in 17 verschiedenen„ Vorstellungen" alle Gescheh-nisse des erweiterten Weihnachtskreises bis zu Lichtme dargestellt.Die Krippe hat einen„ Heiligen Berg“ mit Felsen und Bäumen und dreiStädten, Jerusalem, Nazareth, Bethlehem, dann Volksszenen mit Bauern,Marktfrauen, Gardesoldaten, Jägern und Wildschützen. Realistisch wirddie Tafel der Hochzeit zu Kanaan ausgestattet, mit gebratenen Spatzenstatt der Gänse und kleinen Nachbildungen von Torten und winzigemKonfekt allerlei Art aus der Stiftsküche. Am Lichtmeßtag wird ein stei-
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