Jahrgang 
56 (1953) / N.S. 7
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eigenes Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum hatten, genau so wie die Bergknappen, diePfannhauser und die anderen Hammerschmiede.

Die Zeinhämmer kamen in den Ostalpenländern erst um dieMitte des 15. Jahrhunderts auf. Auch die Erwähnungen des Cewners als Tanz fallen erst ins 15. Jahrhundert. Dabei wirdaußerdem der früheste Beleg von 1406 aus Schlesien von RichardWolfram und anderen erfahrenen Tanzforschern angezweifelt.da die in der gleichen Quelle erwähnten Tänze weit eher demCharakter des 16. Jahrhunderts entsprächen. Vielleicht fallenbeide Daten überhaupt zusammen. Möglicherweise entwickeltesich ein Zeinertanz mit dem Aufkommen dieser kleinen Häm-mer, die sich erst seit der Mitte des 15. Jahrhunderts den großen.schweren Hämmern( Deutschhämmer) und den vom gleichenmittleren 15. Jahrhundert an sich einbürgernden Welschhäm-mern beigesellten 16). Das Zaineisen( zu Stäben geschmiedet)wurde überall gebraucht und war sehr begehrt. Sicher habendiese Spezialwerke ihre Facharbeiter anfangs von weit her holenmüssen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß diese wanderndenHütten- und Hammerarbeiter unter anderem einen Zeinertanzmitgebracht haben. Die bis zur Gegenwart reichende Überliefe-rung, daß dieser Zeinertanz" lediglich zu zwei verschiedenenTrommeln, also ohne ein Melodie- Instrument, wie es sonst beiden allermeisten bäuerlichen Volkstänzen in Steiermark üblichist, getanzt wird. spricht nicht nur für hohe Altertümlichkeit, wiesie Wolfram richtig betont, sondern scheint mir auch auf einenicht bäuerliche Herkunft aus einem Zunfttanz zu deuten.

Es wäre bei diesen Hinweisen auf die besondere steirischeArbeiterkultur vergangener Jahrhunderte noch auf die hervor-ragende Mittlertätigkeit der Bergknappen in der Übung undOstverbreitung des gesamten Volksschauspiel-wesens zu sprechen, zumal gerade auch die Rottenmanner undEisenerzer 7) Berg- und Hüttenleute einst ein lebhaftes Volks-schauspielinteresse bekundeten, das noch aus vielen erhaltenenHandschriften und Requisiten spricht. Desgleichen wäre die Viel-zahl altsteirischer Weihnachtskrippen zu erwähnen, dieaus Bergbaubereichen stammen und Szenen des Bergmannslebensihrem Krippenberge einverleiben. Doch würde ein Verfolgenauch dieser Seite einer steirischen Arbeiterkultur in historischer

16) H. Pirchegger, a. e. O. S. 45

17) Vgl. die Hinweise bei L. Kretzenbacher. Die Steiermarkin der Volksschauspiellandschaft Innerösterreichs.( Österreichische Zeit-schrift für Volkskunde, N. S. II. Wien 1948, S. 148 ff., bes. 171 ff.)

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