Suzanne Tardieu, Meubles régionaux datés. 52 Seiten, 550 Abb.auf Tafeln. Paris 1950, Éditions Vincent, Fréal& Cie.
Vor einigen Jahrzehnten erschienen die schönen Mappen der ver-dienstvollen„ Collection de l'art régional en France", aus deren pracht-vollen großen Lichtbildern man das dunkle Hartholzmöbel der tradi-tionsreichsten Landschaften Frankreichs ausgezeichnet kennenlernenkonnte. Nun gibt das französische Volkskundemuseum abermals einensehr schönen Bildband heraus, der den durch Jahreszahlen charakteri-sierten Möbeln gewidmet ist. Es ist ein ungeheures Material, das da ingeschickter Art zusammengestellt und nach Typen geordnet vorgeführtwird. 188 genaue Zeichnungen mit Maßangaben bieten die Stücke meistin Vorder- und Seitenansicht. Die restlichen Bilder zeigen die Objektein schönen, nur mitunter etwas kleinen Photographien. Eine eindrucks-volle Gesamtübersicht, die freilich sachlich kaum etwas Neues bringt,durch das Moment der Berücksichtigung der Datierung aber an einegewisse historische Vertiefung heranzuführen geeignet ist.
Leopold Schmidt.Monique Decitre, Dansez la France. 2 Teile, Paris 1951, EditionDumas.
Diese stattliche Publikation von 155 Volkstänzen aus Frankreichverdient wegen ihrer musterhaften Tanzbeschreibungen besonders ge-würdigt zu werden. Die Tänze sind nach Provinzen angeordnet undzeigen in fast allen Landschaften die besondere Vorliebe der Franzosenfür kunstvolle Schritte. Nicht umsonst stammen ja die noch jetzt ge-bräuchlichen Fachausdrücke des Balletts aus dem Französischen, und diealten Tanzmeister Frankreichs: Arbeau, Feuillet, Guillaume und No-verre sind durch ihre Werke für das Studium des europäischen Tanzesweit über die Grenzen ihres Vaterlandes bekannt geworden. DerFormenreichtum der französischen Volkstänze drückt sich vor allemschon durch die mannigfaltige Anzahl der Tänzer und der beim Tanzverwendeten Geräte aus: Schwerter, Stöcke, Lanzen, Reifen, Bänder( Webetanz) und Blasbalg. Ganz köstlich ist ein Scherztanz von vier mitverschiedenen Geräten bewaffneten Tänzern und einem Pferdchentänzeraus der Languedoc. Letzterer Tanz sowie verschiedene Branle- Formen,die Volte, Gavotte, Farandole und La Mauresque zeigen das Fortlebenvon alten Tanzformen und Volksbräuchen. In den Melodien fallen vorallem ein Überwiegen des zweischlägigen Taktes und ihr altertümlicherCharakter auf, der sich von dem Gebrauch primitiver Glossar ::: zum Glossareintrag primitiver Instrumente, z. B.Flöte und Trommel, herleiten läßt.
An die Spitze der landschaftlich angeordneten Abteilungen istjeweils ein Trachtenbild gestellt. Die einzelnen Tänze sind durch dieMitteilung von Melodie, Singtext, Aufstellung, Tanzfiguren und Bewegungen und zahlreiche schematische Zeichnungen ausgezeichnet dar-gestellt. Angaben über Ursprung und Bedeutung( Sinngehalt) sowieBeschreibung der Kostüme sind den meisten Tänzen beigegeben. DenAbschluß des zweiten Bandes bilden verschiedene Verzeichnisse: Biblio-graphie, Verzeichnis der Tanznamen, der Singtexte und auch Zusammen-stellungen von Tänzen, die sich für Kinder, für junge Mädchen und fürJugend und Erwachsene eignen. Besonders wertvoll ist das Verzeichnisder Tanzschritte, das 46 Namen enthält. Diese schöne Sammlung, diedurch ein Vorwort des Präsidenten der„ Féderation Régionaliste Fran-çaise" eingeleitet wird, kann als für die Herausgabe von Volkstanz-sammlungen vorbildlich genannt werden.Raimund Zoder.
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