Jahrgang 
55 (1952) / N.S. 6
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Viktor Geram b. Die Rauchstuben im Lande Salzburg. Ein Beitragzur Hausforschung der Ostalpenländer(= Veröffentlichungen desInstitutes für Volkskunde. Salzburg, Bd. 4). 50 Seiten, 21 Abb..2 Karten. Salzburg 1950, Otto Müller. S 20.-.

Geramb ergänzt hier seine größeren, vor einem Vierteljahrhunderterschienenen Rauchstubenarbeiten durch eine gründliche Erkundungdes Sachverhaltes im heutigen Bundesland Salzburg, und zwar aufGrund eigener, in den Jahren des letzten Krieges durchgeführter Be-gehungen( Heutige Rauchstubenspuren im Pongau und Pinzgau") undArchivstudien an den Notlbüchern der salzburgischen Pfleger vom15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Die sehr genauen Untersuchun-gen ergeben, daß eine ganz dünne Schicht von Rauchstubenhäusern auchin Salzburg vorhanden war: vor dem 16. Jahrhundert lassen sie sichnicht belegen.

Für die Kulturgeographie der mittleren Ostalpen wäre es wohlnötig, Salzburg nicht wie hier nach den Grenzen von 1816 zu betrach-ten, sondern seine heute zum Teil tirolischen, zum Teil bayrischenAußengebiete mitheranzuziehen. Dadurch würden sich auch die Fädenzu den ost- und nordtirolischen Streuvorkommen von Rauchstubenenger knüpfen lassen. Dafür wäre auch die Berücksichtigung der hiernicht herangezogenen sorgfältigen Studie von Eduard Widmoser.Obergoing, das Rauchstubenhaus bei Kitzbühel( Tiroler Heimatblätter.Bd. 24, 1949, S. 183 ff.) nützlich gewesen. Darüber hinaus jedoch wirdeine künftige Forschung diese Probleme der Hausforschung von an-deren Gesichtspunkten her ins Auge fassen müssen, ohne deshalb aberden Dank für die großen Leitungen der positivistischen Richtung zuvergessen. denen man diese verdienstvolle Nachlese wohl noch zu-redinen darf.Leopold Schmidt.

Franz Kollreider. Ost- Tirol, Land, Volk, Kunst. BildgestaltungLeo Jahn- Dietrichstein. Innsbruck 1951. Verlag der Tiroler Graphik.Großquart. 46 Seiten Text, 124 Seiten Abb. in Tiefdruck. S 58.-.

Das Werk gemalt äußerlich an die durch den Fremdenverkehrveranlaßten Bilderbücher verschiedener Alpenländer. Osttirol, der zwi-schen Nordtirol und Kärnten verbliebene Teil südlich des Brenners,besaß bisher nichts derartiges und kann mangels eines besonders be-arbeiteten Heimatschrifttums nicht gleich alle Wünsche berücksichtigen.die bei seiner Darstellung an dieses ausgesprochene und kostbare Bau-ernland gestellt werden. Aus der Verselbstigung des Bezirkes und ausdem geistigen und wirtschaftlichen Umbruch nach den beiden Welt-kriegen sind ihm gar viele Aufgaben zugefallen, Osttirol will ein star-kes Baueruland bleiben und beansprucht z. B. daher auch, daß daslängst fällige Tiroler Museum für landwirtschaftliche Geräte mit sei-nem Heimatmuseum auf Schloß Bruck bei Lienz vereinigt werde. Eswill aber auch den großen Sommerfrischler- und Fremdenstrom, derjeizt in seine Nebentäler und ins Großglocknergebiet sich ergiefft,freundlich aufnehmen. Es kann endlich die Mechanisierung der Arbeitund andere Angleichungen an Technik, Industrie und Stadt nicht außeracht lassen. Endlich möchte Osttirol ein Heimatbuch besitzen, das seinereigenen Bevölkerung entspricht und frommt. Der Kustos des LienzerHeimatmuseums unterzog sich dem Auftrag seines Bezirkes mit großerHingabe. Manche Bemerkung und manches köstliche Bild aus Land-schaft, Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum und Volkskunst fällt für die Volkskunde ab. Die