5. Oeine ganze Mundur ist a karatznas Kwandl,wo man itzna da so Galla draus macht,
kai söttlani Tracht weis i a nit im Landl,denn bä mein Zeiten, da hat ma ain ausgelacht,Hüet habens aufn Schädln, dä Köpf ist auf d'letzt.als wann ain der Hafna a Höfa drauf gsetzt.
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( Str. 4,2: bezieht sich auf die Mode der weit über die Taillehinaufreichenden sogen.„ Brusthosen“. 4,4: Leibel= Weste. 4,5:Spenser? 5,1: öine in heutiger Schreibung eahna( ihre);„ karat-zen"= wahrscheinlich eine Stoffart ,, Harras", vgl. unten beim Ab-schnitt Kaput" 1804. 5,2: Galla= Goller. 5,5: Quäker- Hut, Zy-linder.)
Das Verhältnis von städtischer Kleidung zu ländlicher Trachtum die Jahrhundertmitte beleuchtet eine Anekdote des Hans- Jörgel:außerhalb Wiens wurde ein verkäuflicher Herrschaftsbesitz vonden Bauern des Ortes erworben, die nun alle Gutsbesitzer waren., Das Erste, was d'Madln und d'Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber getan habn, war, daß s'ihrganzes Bauerng'wand, Spenserin, Gugln, Haubn und Tüchln her-g'schenkt habn. Statt die langen Kaputröck bis auf die Knie tragndie Bauern Fracks und Bonschurln, und die Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber lange Kleider,Hüt und Mantills...¹).
Von dem Trachtenreichtum der Monarchie sind in den T. P.wenige Spuren zu finden; höchstens ist das eine oder andere Malvon ausgenähten Hosen und Gattien in ungarischer Art und vonCzismen die Rede, oder von roten Juchtenstiefeln und von Halina-tuch, die eine slawische Eigentümlichkeit zu sein scheinen. Ein ein-zigesmal schloß der Beschauer auf eine Nationalität, indem er beieiner ertrunkenen ,, Weibsperson Glossar ::: zum Glossareintrag Weibsperson“ 1808 meint:„, war übrigens demAnsehen nach eine Schwäbin". Im September 1810 erscheintals Besonderheit ein., unbekannter Mohr Glossar ::: zum Glossareintrag Mohr“.
Vielleicht kann man diese Umstände so erklären: tatsächlichFremde, eben nach Wien gekommen, mußten Ausweispapiere be-sitzen und blieben daher kaum ,, unbekannte" Tote, falls ihnen etwaszustieß. Die in Wien sich länger aufhaltenden„ Zugereisten" aberwaren offenbar in Bälde angeglichen.
Das bestätigt folgende Anekdote. die der„ Eipeldauer“ 1805 er-zählt:): Im Prater begegnen einander am Sonntag zwei Köchinnen,,, die eine ein ordinari Röckl am Leib, und aufn Kopf ein schwarzeSchlepphaubn, die andre aber, bis auf d'reiche Haubn, ein völligeGriechin( d. i. die klassizistische Modetracht). Jetzt hat d'Schlepp-
¹) Briefe 1842, 8, S. 47 f.
2) Briefe 1805, 44. Heft, S. 36. Die schwarze Schlepphaube gehörtenach der bereits gelockerten und ausklingenden Sitte zur Kleidung der..Kuchelmenscher", vgl. unten den Abschnitt„, Haube".
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