aber es kann auch in Verbindung mit Nebenerscheinungen besondersbei Götterbildern( oder Hausgeisterstatuen) die Neubildung, die Auf-erstehung einer getöteten oder erstorbenen Gottheit, also auch hierin letzter Konsequenz Christus zu Ostern( Frühjahr) im Auge haben.Bei Baldur, dem Frühlingsgott, der im Winter den Tod erleidet undden man nun im Frühjahr wie einen Erfrorenen am Feuer, durchEinreibungen mit Fett und Tüchern wieder zu neuem Leben zubringen sucht, tritt dies ja besonders. sinnfällig hervor. Daß mitdiesen Zeremonien auch Heilwirkungen für die Ausübenden oderdie Familie, das Haus, wo sie ausgeübt wurden, verbunden gewesensein mögen, ist nach den obigen Ausführungen doch anzunehmen.Auch bei den Mysten hat sich, wie Neckel( a. a. O.) darstellt, dieUnsterblichkeitssalbe, die den Gott belebt hat, auf die Gläubigenselbst übertragen. Mit Fettstoffen gesalbte Götterbilder oder Idolegewinnen eine magische Kraft, die sich dann nach der Meinung derVotanten auch weiter zur Heilswirkung mitteilen kann.
Wenden wir uns nun zu den eingangs angeführten österrei-chischen Salbungsvotiven, so sind zwei davon dem hl. Anton demEinsiedler gewidmet. Er ist der Beschützer des Schweines und inRach kann man sein Einfetten mit Schweineschmalz einfach als eineArt Analogieopfer, als ein pars pro toto für das Gedeihen diesesHaustieres ansehen, obschon diese besondere Salbungsform sonstbei seinen zahlreichen Kultorten nicht nachzuweisen ist. In St. Antonam Rad wird die Salbung des hl. Anton aber durch Rahm voll-zogen, also einem Produkt der Kuh, auch ist das Motiv, ihn alsHeiratspatron zu gewinnen, durchaus bei diesem Heiligen unge-wöhnlich, doch mag eine Verwechslung oder Kontamination, wasbei den ,, Primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag Primitiven“ nicht viel ausmacht, mit dem hl. Anton vonPadua vorliegen, der als Heiratspatron gilt. Bei dem PrigglitzerSalbenherrgott ist der Vergleich mit dem Karfreitagschristus janaheliegend. Im großen Ganzen muß man doch annehmen, daß auchdiese Votive als letzte Relikte eines weit zurückgehenden und weit-verbreiteten Kultbrauches, auf den hingewiesen wurde, als eineErinnerung daran und Übertragung auf den hl. Anton, der im bäuer-lichen Leben auch nichts anderes als einen guten Hausgeist, als einIdol wie vordem zur Segnung der wirtschaftlichen Belange darstellt,aller Vermutung nach gelten müssen und in den Kreis ähnlicherSalbungsopfer aus verschiedenen Motiven ihrer Herkunft nach wohleinzuordnen sind. Daß dabei Heilswirkungen erzielt werden sollen,ist natürlich selbstverständlich und ohne Weiteres ersichtlich.
45