Jahrgang 
52 (1949) / N.S. 3
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erst im Jahre 1891 über die Schullehrersfamilie zuerst im PfarrorteEingang fand und daß es noch einige Jahre dauerte, bis er in Hand-werker- und Bauernfamilien aufzuleuchten begann. Es brauchte abernoch lange, bis er allgemein wurde, eigentlich erst, als sich überdie Schulerziehung und durch einen stärkeren Einfluß der Stadt eineandere Auffassung vom Kinde und seiner Stellung in der Bauern-familie geltend machte. Die oftmals verspottete Hinterwäldlerei desMühlviertels begann sich mit dem Ende des Weltkrieges aufzuspal-ten und von da an ging es bis zum zweiten in der Aufschließungso sprunghaft, daß die Auflösungserscheinungen im Dorfleben inmancher Hinsicht bei genauem Zusehen weitgehender sind als imsüdlich der Donau unmittelbar anschließenden Hausruckviertel.Diese Tatsache fällt den Menschen selbst auf, wenn sie ihren süd-lichen Nachbarn mehr, Bauernstolz" nachrühmen und dabei meinen,daß diese mehr an der bäuerlichen Art festhielten. Daß die Traditionstark gemindert ist Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtums- Darstellungen nehmen sehr oftauf Vergangenes Bezug, auch wenn sie aus mündlicher Überliefe-rung geschöpft sind beweist der Umstand, daß das Burschen-schaftswesen, das für die Tradition so wesentlich war, hier schonlange nicht mehr bekannt ist, ganz im Gegensatz zu anderen Lan-desteilen. Und wenn in einem oder dem anderen Bauernhaus nachdem Weltkriege das Tischgebet nicht mehr verrichtet wurde, SCsind das zwar besondere Fälle, aber in einem Gebiet mit jahrhun-dertlangem traditionsgebundenem Katholizismus Anzeichen, daß auchim religiösen Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum der Familie Einbrüche erfolgt sind. Könnteda das Wallfahrtswesen mit seinen volkstümlichen Zügen und derengen Verwurzelung mit dem ganzen Volksleben eine Ausnahmemachen?

Daher entsprach dem einstigen reichen Volksleben die große Zahlder Wallfahrten; der Mensch hier ging gerne und viel wallfahrtenin den vergangenen Zeiten; er brauchte und suchte die überirdischeHilfe an besonders heiliger Stätte in nächster Nähe oder in weitererEntfernung. Sein Leben und Wirtschaften war zu allen Zeiten hart;es zu meistern, waren die Menschen nur befähigt aus ihrem tiefenGlauben, der vor allem die Frauen auszeichnete; sie mußten sichaus ihrer Bedrängnis durch Arbeit und Familiensorgen losreißen,um eine Wallfahrt machen zu können, die auch die Gelegenheit bot,für einen halben oder ganzen Tag davon befreit zu sein., Heutegehe ich wallfahrten, damit ich auch einmal im Jahr von daheimfortkomme", kann man die Hausmutter häufig zur Nachbarin spre-chen hören. Die Mariazeller Wallfahrer freuten sich, daß sie achtTage ,, von zu Hause nichts wüßten"; außerdem hatten sie Gelegen-heit, fremde Menschen bei ihrer Arbeit zu sehen, wenn sie mit ihrerKreuzschar an den Feldern vorüberzogen. Den Menschen dieses

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