Jahrgang 
51 (1948) / N.S. 2
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innerösterreichischen Volksschauspieles bilden, soweit sie im 18.und 19. Jahrhundert in einen alten Szenenverband gekommen sind.

Es bleibt bemerkenswert, daß die besprochenen Kleinformenin Steiermark vor dem ersten Weltkrieg sich nur dort belegt finden,wo das Volksschauspiel auch in seinen anderen Typen heimisch ist.Erst der heimatkundliche Unterricht hat solches Spiel( Sommer:Winter) in allerjüngster Zeit über die Schulen in andere Landesteileübertragen. Mancher geistliche Umzugsbrauch( das Frauentragenim Advent, das, Sternsingen") wird nun durch kirchliche Vermitt-lung seitens junger Geistlicher in der Absicht auf volkstümlicheLiturgieformen und frommen Laienbrauch im Anschluß an bekann-tes religiöses Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum in diese Gegenden verpflanzt, für die zu-mindest aus älterer Zeit sich nichts Bodenständiges erweisen ließ.Bei den nächstverwandten Kleinformen des Lichtmeẞ- Singensund beim, Stundensingen in der Passionswoche handelt es sichbereits um Randbereiche der Volksschauspielforschung. Beide wer-den besser dem geistlichen Volkslied und seiner Bindung an denkirchlichen Jahresbrauch zugezählt. Immerhin lebten beide Formennoch bis zum Ersten Weltkrieg und ganz vereinzelt noch länger inSteiermark. Die Texte sind vielfach in Flugblattdrucken verbreitetgewesen und fanden übersetzt bei Slowenen und Nordkroaten Ein-gang 122). Zumal bei den Slowenen hat der Brauch des Stunden-singens mit Texten nach alten Flugblattdrucken, die schon zu Be-ginn des 19. Jahrhunderts aus dem Deutschen übersetzt wurden,den Passionsspielbrauch ganz ersetzt 123).

Sehen wir von den frühen und allein bleibenden Pöllauer Para-deisspielnachrichten des 17. Jahrhunderts und von den gelegent-lichen Wanderaufführungen von Volksschauspielen in der mittlerenOststeiermark vor dem Ersten Weltkriege ab, so muß also die ge-samte Ost- und Mittelsteiermark hinsichtlich des Volksschauspielesals traditionslos bezeichnet werden. Die Tatsache einer wesentlichanderen seelischen Struktur der Bewohner des Hügel- und Flach-landes gegenüber den ober- und weststeirischen Bergbauern spieltmit. Siedlung und Flurbild sind mit den Weilern und Dörfern ziem-lich verschieden von der vorherrschenden Einzelhofsiedlung in denübrigen Landesteilen. Dazu tritt für die Ost- und Untersteiermarkeine immer neue Kulturzerstörung durch die vielen Einfälle derMadjaren, Kuruzzen und Türken. In die jeweils betroffenen Gebiete,die streckenweise zu regelrechten Wüstungen herabgekommenwaren, rückten wohl immer deutsche Bauern nach. Doch ist auchdas stetige Einsickern fremden Blutes, insbesondere slawischerHerkunft von Slowenen und Kroaten nicht zu verkennen. Einewiederholte Neubesiedlung gewisser Gegenden brachte eine voll-kommene Umschichtung der Gesamtbevölkerung mit sich. Solche

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