haben. Ansonsten macht es wohl mehr Arbeit, die aber durch dieFreude des Entdeckens verschönert wird. Jede einzelne für dieVolkskunde wichtige Tatsache wäre auf ein besonders vorgedruck-tes Blatt zu schreiben, welches links oben die Quelle, die Gegend,den Ort und die Zeit angibt, während in der rechten Ecke dasSachgebiet und seine Unterabteilungen verzeichnet sind, also etwa:Bürgerhaus Wohnstube: Hausrat,
oder Bürgerhaus Schlafraum: Möbel,
weiters Bauernleben Kirchweih: Tanzplatz,oder Bauernleben Kirchweih: Umzüge.
Diese Blätter hätten in dreifacher Ausfertigung hergestellt zuwerden von denen eine beim Bearbeiter oder im Orte bleibt,eine an das Landesmuseum der Provinzhauptstadt und die dritte andas Volkskundemuseum in Wien als Zentralstelle kommt. Für alledrei Stellen würde ein Ordnungsplan ausgearbeitet, nach dem dieEinreihung sowie die Ausfertigung weiterer Karteiblätter nach Ver-breitungsgebieten, Alter, Ähnlichkeit und anderen Gesichtspunktenvorzunehmen wäre. Wie vereinfacht wäre dann die Arbeit derForscher an den Museen, die ja zugleich einen Großteil des An-schauungsmaterials und alle notwendige Literatur enthalten. Nachoder zugleich mit den gedruckten Quellen könnten die in Betrachtkommenden Archivbestände sowie die Schul- und Pfarrchroniken,Zeitungen, Kalendersammlungen und alles andere durchgearbeitetwerden, was aber viel umständlicher sein wird. Noch schwieriger,jedoch am allerwertvollsten dürfte die Bewältigung des Bildmate-rials sein, denn neben dem Heraussuchen aus der Kunsttopographiekäme für die nicht behandelten Gebiete die völlige Neuaufnahmefür volkskundliche Zwecke in Betracht, wofür Arthur Haberlandtmit dem Bande 26 der Österreichischen Kunsttopographie, der dieVolkskunde des Burgenlandes behandelt, ein Vorbild geschaffen hat.Großartig wäre es, wenn sich auch das gesamte in Betracht kom-mende Bildmaterial an den Zentralstellen sammeln ließe, daß alsobeispielsweise von allem vorhandenen Hausrat oder den Möbelndes Landes einheitliche Photos gemacht und in mehrfacher Grup--pierung zusammengestellt werden könnten. Durch solche Illustrie-rungen in Verbindung mit dem aus den Quellen erarbeiteten unddem in Erinnerung gebliebenen oder noch fortlebenden Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumwürde sich das schönste und klarste Bild der Eigenart unseresVolksstammes in Österreich ergeben.
1) Eine Übersicht bieten die Geschichtsdarstellungen der einzelnenBundesländer sowie die Bibliographie zur Landeskunde des nördlichenNiederösterreichs und Wiens 1920-38 von Karl Lechner, die auchvon Seite 111-120 die volkskundliche Literatur über dieses Gebiet bringt.
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