Jahrgang 
51 (1948) / N.S. 2
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durch die Hafner beim Wechsel der Zunftherberge in den Rats-protokollen von 1592 bezeugt 9), der bei der Mistelbacher Wein-hauerinnung noch jetzt fortlebt 98). Auch anderes bedeutsames oderheiteres Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum erwähnen jene, so das Wetterläuten, gegen dasder Kremser Turmwächter 1780 Einwand erhebt 99), oder die Lie-ferung deren Spazen köpfen 100) und in Horn das Heim-leuchten der Ratsherren sowie die Pierglockhen oder dieschöne Sitte des Turmblasens 101). Selbst eine sehr beliebte Volks-gestalt, der Einsiedler, um den sich ein schöner Sagenkranz rankt,lebt in den Ratsprotokollen fort 102).

Damit ist natürlich das Material aus den Protokollbüchern nichterschöpft, sondern bloß eine ganz kleine Auslese geboten. Dasselbegilt für die nun folgenden Verlassenschafts-, Testa-ments- und Waisenbücher, die selbst in kleinen Gemeinde-archiven vorhanden sind und über welche Dr. E. Forstreiter bezüg-lich des Waldviertels mit dem veröffentlichten Inventar des Krem-ser Kreisgerichtsarchives genaue Kenntnis bietet 103). Sie sind einewunderbare Fundgrube hinsichtlich der Möbel und alles anderenHausrates in den Zimmern, der Kücheneinrichtung, der Handwerks-geräte und landwirtschaftlichen Behelfe, des Kleider- und Wäsche-bestandes, des Schmuckes und der Silbergefäße, die auch in Öster-reich einst zur Kapitalsanlage dienten, der Bargeldvorräte undselbst der Bilder, Bücherbestände oder Waffen 104). Gerade beidieser Quellengruppe lassen sich alle Änderungen oft schon vom15. Jahrhundert an bis nahe an die Gegenwart feststellen. Um nurkleine Beispiele herauszugreifen, bestand 1591 im Hofe eines großenBauern zu Marbach an der kleinen Krems der Wäschevorrat in35 Ellen Flachsleinwand, 10 kleinen Leintüchern aus Flachslinnen,12 aus Hanflinnen, alles in einer beschlagenen Truhe, weiters ineinem Schranke, der im 16. Jahrhundert auch im Donaugebiete dieheute noch in den Sudeten gebrauchte Bezeichnung Almer trug:5 Tischtücher aus Flachsleinen, 10 Handtücher, 2 Männerhemden,11 Tischservietten, 1 Bademantel und Badetuch, 5 Prustpfai-ten( kurze Frauenhemden), 2 Kopftücher, 2 Polsterziechen, 2 Dek-ken mit grünen und roten zwickl, eine Decke mit grünem undrotem Glanzleinenmuster, 10 gestreifte Handtücher von Flachs-leinen, 10 hanfene Handtücher und 8 Vorhänge mit Seidenrän-dern 105). Der Weißenkirchner Bauer Wolfgang Lechner hinterlieẞ1521 an Kleidern 2 Barette, eines davon mit Marderverbrämung,einen lederfarbigen Rock mit Atlasfutter, einen überzogenen Rock,mit Fuchsfüßen gefüttert, einen lederfarbigen Wappenrock, eineJoppe aus Satin, eine Lederhose, eine weiße Hose, 3 Ellen weißesHosentuch, eine neue fleischfarbige Hose, eine braune Hose, eineJoppe aus schwarzem Damast, einen schleißigen Rock aus schwar-

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