nehmen, dann wurden sie mit Wein und einer Gans bewirtet. Dasist der Spitzer Kirchenrechnung von 1522-23 und den Kammer-amtsrechnungen der Stadt Stein für die Jahre 1613 und 1623 zuentnehmen 56). Andere Gemeinde- oder Kirchenrechnungen vonWeinorten enthalten vielleicht ähnliche Hinweise auf schöne Bräu-che bei diesen gewiß schon alten Volksfesten. Die herzoglichenAmtsrechnungen von 1332 lassen noch die sonderbare Tatsacheerkennen, daß selbst zum Faẞwaschen( pro purgatione vasorum)Wein verwendet wurde 57), desgleichen die Weinwertung in jenenTagen. Man unterschied in den Jahren 1327-29: Ritterwein, guterWein, alter Wein, guter junger Wein, junger Wein, Dienerwein,Füllwein, guter Most, Most und Dienermost 58). Trotz der großen,nur allzu begreiflichen Fürsorge für den Wein hielt der Wiener Hofauch die übrige Landwirtschaft in guter Obsorge, wie die Ausgabefür die Erneuerung dreier Almen bei Eisenerz im Jahre 1330 er-kennen läßt 59).
Für das kirchliche Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum läßt sich aus den alten Rech-nungsbüchern ebenfalls gar manches finden. Hier sei nur auf dieFeldprozession in Lengenfeld im Jahre 1648 verwiesen, an der sichdie gesamte Gemeinde beteiligte und den Fahnenträgern für ihreMühe Wein und Brot gereicht wurde 00). Die interessantesten Auf-schlüsse sind aber, wie schon Wolfgang Haberlandt aus den Kitz-bühler Bürgermeisteramtsrechnungen nachgewiesen hat 61), überdie alten Theateraufführungen, über Volkstänze, Sänger und Fast-nachtsbräuche aus den Rechnungsbüchern zu gewinnen. Die zurErfassung der Wesensart unserer Ahnen so wichtigen Bräuche er-heischen eine gründliche Durcharbeitung dieses Quellenmaterials.Ein schönes Beispiel läßt sich aus den Kremser Kammeramtsrech-nungen von 1516-17 anführen 62). Da sind für die auf fürungcristi, also für das Passionsspiel, im Mai die Ausgaben an dieZimmerleute bei der Aufstellung einer Bühne( als sy pynn auf-gemacht) und der Stühle, für die Bewachung der Tuecheran der auffurung sowie für die Bühnenabtragung verrechnet.Aus den Göttweiger Stiftsrechnungen 63) sind Geldspenden des Ab-tes an Sänger zu Wien, Tulln, Traismauer und Mautern( jedenfallsfür das damals sehr übliche Ansingen) im Jahre 1501 zu entnehmen,weiters drinckgelt singern, die das Festmahl zu verschönernhatten, welches das Kloster in seinem Hofe zu Stein den Ratsherrenim Fasching 1503 gegeben hatte. Sogar für einen swertdanczam 10. Februar 1504 wurde vom Stifte ein Beitrag geleistet und imFasching 1541 beschenkte dieses ein Gönner mit einem sau khop f.Außerdem schmauste man dort am Faschingsonntag ain span-sau und am Aschermittwoch preczn.
Bezüglich des Gerichtswesens lassen sich aus den Rechnungs-
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