Jahrgang 
50 (1947) / N.S. 1
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pflegt wird als aus unmittelbarer Zweckhaftigkeit. Es kann daherheute im strengen Wortsinn nicht mehr als wahrhaft lebendig, alserlebte Glaubenswirklichkeit bezeichnet werden, womit natürlichdessen Bedeutung als Gemeinschaftshandlung nicht verkannt wer-den soll. Da im übrigen unsere Wissenschaft eine historische ist,bleibt es natürlich stets Gegenstand unseres Arbeitsbereiches.

Eine große Rolle spielt ferner der Wort- und Bild zauber.Dieser beruht auf der Überzeugung, daß Bild und Wirklichkeit insympathetischer Beziehung zu einander stehen; er tritt uns amausgeprägtesten entgegen im Amulettwesen( z. B. Tragen vonroten Halbedelsteinen gegen Blutungen und von klaren Bergkristal-len gegen Augenleiden) und im Schadenzauber( z. B. Durchstecheneiner Puppe als Ersatz der durch sie vertretenen Person). Jeneräußert sich im Glauben an die zwingende Kraft der Rede; seinHerrschaftsbereich ist der Zauberspruch, mittels dessen in formel-haft gebundenen Worten das darin Enthaltene in die Wirklichkeitübergeführt werden soll. Er findet heute noch sehr häufig bei dermagischen Krankheitsheilung Verwendung.

Eine weitere Formel der Magie ist schließlich noch die Über-tragungsmagie, wie sie etwa im Verpflöcken von Krank-heiten in Bäume zur Ausübung gelangt.

Im Gegensatz zum selbstsicheren Wesen der Magie bestehtdas religiöse Element im Glauben an höhere göttlicheMächte und der Anerkennung ihrer Oberhoheit. Das Verhalten zuihnen kann zwischen demütiger Unterwerfung oder freundschaft-lichem Vertrauen als möglichen Endpunkten liegen.

Sie sind es jedenfalls, die das Geschehen der Welt lenken, unddenen man durch Gebet und Opfer seine Huldigung darbringt undsie sich damit gleichzeitig zur Erfüllung seiner Wünsche geneigtmachen wili.

Da das volkstümliche Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum, das aus dieserHaltung hervorgeht, mit dem Christentum als der maßgebendenHochreligion voll vereinbar ist, hat es sich natürlich eine ganzandere Wirklichkeit und bewußte Lebendigkeit bewahren können,ja, es ist sogar mit dem kultischen Leben des Christentums beson-ders in seiner katholischen Form die engste Verquickung ein-gegangen. Volkstümliche Bräuche dieser Art sind etwa die Flur-umzüge, das Aufstellen der Wetterkreuze, die zahllosen Sakramen-talien, das volkstümliche Opferwesen, wie es sich beim Wallfahrts-brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag brauchtum in Naturalien- und Wachsopfer( Kerzen), im Opferlebender Tiere und dem von wirklichen und vermeintlichen Kost-barkeiten äußert. All das sind Dinge, die zu bekannt sind, als daßein näheres Eingehen auf sie nötig wäre.

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