160ÖZV, LXXX/129, 2026, Heft 1BERICHT ZUM45. DGEKW-Kongress Überraschung, Zufall, Kontingenz –Zum Unbestimmten in Gesellschaft und Wissenschaft,Christian-Albrechts-Universität Kiel, 1.–4. Oktober 2025Mit einem kräftigen„Moin Moin“ begrüßte der Vizepräsident derChristian-Albrechts-Universität zu Kiel,Ralph Schneider, alle Teilneh-mer*innen zum 45. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Empiri-sche Kulturwissenschaft e.V. im„echten“ Norden. Unter dem TitelÜberraschung, Zufall, Kontingenz – Zum Unbestimmten in Gesellschaftund Wissenschaftlud das viertägige Programm zu 38 Veranstaltungs-punkten mit fünf Plenarvorträgen und einem Round Table, zehnSektionen und sechs Panels sowie zehn Workshopangeboten zurintensiven Auseinandersetzung mit den Kongressthemen ein. AlsGruppe Masterstudierender des Instituts für Europäische Ethnologieder U niversität Wien berichten wir im Folgenden von unseren Erfah-rungen und Erkenntnissen als Kongress-Neulinge. Hierfür wollen wirSchlaglichter auf Themen und Beiträge, die uns in den vier Kongress-tagen untergekommen sind, werfen. Dabei ist die Auswahl der the-matisierten und ausgelassenen Vorträge keinesfalls als Qualitätshin-weis zu verstehen, sondern ist Zeit- und Platzressourcen geschuldet.Im Rahmen dieses Berichts gehen wir der Frage nach, welche Formendes Zufalls, der Kontingenz und der Überraschung für uns am Kon-gress ersichtlich wurden, und werden im Anschluss versuchen, diesezu systematisieren.Die erste unverhoffte Konfrontation mit der Überraschungfand bereits nach wenigen Grußworten vonGertraud Koch(Ham-burg), der aktuellen Vorsitzenden der DGEKW, statt, als ein Feu-eralarm zu einer verfrühten Pause auf dem Vorplatz des Audimaxzwang. Nach Entwarnung durch die Feuerwehr konnten die Eröff -nungsreden schließlich fortgesetzt werden. Diesen Zufall am Schopfegepackt, schlug Koch sogleich eine Brücke zu den multiplen Krisender Gegenwart, die zunehmend Unbestimmtheit und Unsicherheit imAlltag verursachen. In der Willkommensrede seitens der UniversitätKiel botDirk Westerkamp, Prodekan der Philosophischen Fakultät,einen Abriss des Unbestimmten in der Philosophie – von Hegel überAdorno bis hin zu Baudelaire.