Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde1 (2026)Bäumel, Laura: "Das ist echt schräg, was die Ausländer kriegen"

  
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"Das ist echt schräg, was die Ausländer kriegen" : Armuts- und Gewalterfahrungen prekär arbeitender Mütter und die Empfänglichkeit für rechte Ideologeme
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16ÖZV, LXXX/129, 2026, Heft 1gemachten Erfahrungen und Psychodynamiken resultieren. Die letz-teren auf individueller Ebene stattfindenden Aspekte wiederum ste -hen in engem Zusammenhang zu den beiden erstgenannten. Für einbesseres Verständnis der Verarbeitungsmodi gemachter Erfahrungenuntersuche ich im nächsten Abschnitt Narrationen im Bereich derArmutserfahrungen, die anschließend mit jenen der Gewalterfahrun-gen hinsichtlich ihrer Projektionsrichtung verglichen werden.SozialstaatDas ist echt schräg, was die Ausländer kriegenViele der Gesprächspartnerinnen berichten von mehr oder weni-ger langen Phasen, in denen sie mit finanziellen Schwierigkeiten zukämpfen hatten. Besonders häufig wurde über plötzlich erforderlicheAusgaben, wie Klassenfahrten oder das Ersetzen eines Haushaltsge-räts oder Fahrzeugs, als Krisen für das eigene Budget berichtet. Sol-che unerwarteten Kosten können drastische Auswirkungen in einemAusmaß haben, dass sogar Teile des alltäglichen Grundbedarfs nichtmehr finanzierbar sind. Diese Erfahrungen, über die vor allem allein-erziehende Befragte berichten, zeigen klar, welche existenziellen Fol-gen das Fehlen eines zweiten Lohns durch den Partner haben kann;die bindenden Effekte finanzieller Abhängigkeiten in Partnerschaftenwerden hier manifest.Auf staatliche Hilfen, die die konkrete Armut lindern wür-den, und eine nachhaltige Sicherung ihres Lebensunterhalts und damitder Reproduktion, können oder wollen viele nicht zurückgreifen. DieGründe hierfür sind vielfältig und reichen von der Überzeugung,esunabhängig schaffen zu wollen, über zu wenig Kenntnisse hinsicht-lich der konkreten Schritte von Antragstellungen bis zu diskriminie-renden Erfahrungen, die manche der Befragten bei entsprechendenÄmtern machten, was sie schließlich dazu veranlasst, sich nicht mehrmit potenziellen Hilfeleistungen auseinanderzusetzen, die ihnenmöglicherweise zustünden. Yvonne Fischer fasst ihre Erfahrungen,die sie beim Ansuchen um staatliche Unterstützungen machte, resi-gniert zusammen:Gut, und dann, was man ganz oft hört, bei Stellen, wenn mangerade um was ansucht, weil man sich das vielleicht nicht sogut leisten kann, ja, hätte man sich vorher überlegen müssen,