nach den Hauptgruppen, nämlich den zeitgenössischen Darstellungen, den Tage-büchern und Selbstbiographien, den Wallfahrts- und Reiseberichten, den eigent-lichen Chroniken und den humanistischen Chroniken aufgegliedert erscheinen.Ein wichtiges Kapitel stellt die Haltung der Reformation und der Gegenreforma-tion zum Volksbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Volksbrauchtum dar, wofür sich aus den Quellen ja viel herauslesenläßt.
Der gewaltige Stoff ist durch ein Register aufgeschlüsselt, das die Autoren,die Orte und die Sachen nachweist. Das erleichtert jede weitere Arbeit auf die-sem Gebiet selbstverständlich ganz beträchtlich. Der Schweizerischen Gesell-schaft für Volkskunde aber möchten wir bei dieser Gelegenheit, dem 60. Bandihrer schönen Veröffentlichungen, dazu herzlich gratulieren. Ihre„ Schriften"gehören doch wohl wirklich zu dem, was man als Rückgrat unseres Fachesansprechen darf.Leopold Schmidt
Peter Korniss, Bräutigam des Himmels. Bilder ungarischerVolksbräuche. Mit einem Vorwort von Sándor Csoóri. Ethno-graphische Erläuterungen von Ferenc Novák. Budapest 1975, CorvinaVerlag. Großformat, unpaginiert.
Ein ungewöhnliches Bilderbuch. Peter Korniss, der mit den Vertretern derungarischen Volkskunde in guter aktiver Verbindung steht, hat Hauptgruppendes lebendigen Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtums von Ostern bis zur Hochzeit, vom Kinderspiel biszum Krippenspiel hervorragend photographiert. Es ist eine Art expressiver Licht-bildkunst, angesichts derer sich Sándor Csoóri in seinem Vorwort ausdrücklichauf die internationale Kunst der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts, so vonPicasso bis zu Béla Bartok beruft. Man kann die Menschen in ihrem Verhältniszum Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum gewiß so sehen und wenn man die glückliche Hand dazu hat,auch so photographieren. Wie die drei Könige in der Stube die Hausmutteransingen; wie die Buso- Masken beim Umzug gar nicht so ungemütlich aus-schauen, wie man meinen möchte; wie die Frauen in weißen Kleidern trauern,das ist hier alles eindringlich verdeutlicht. Manche Gruppen wie etwa die Wein-lese oder die Totenpfähle ein berühmter ungarischer Roman ist nach ihnensogar betitelt prägen sich stark ein. Manche offenbar altertümlich verbliebeneGruppen wie etwa die Burschen im Tanzhaus von Szék( Sic, Jud. Cluj, Rumä-nien) dokumentieren durch diese Bilder ihr Dasein besonders stark.
Die ethnographischen Erläuterungen", jeweils auf ein solarisiertes Text-bild gestützt, geben knapp, was man zu den Aufnahmen wissen soll, manchmalein bißchen zu allgemein, nicht erlebt, sondern angelesen. Aber die Orts- undZeitangaben zu den Aufnahmen sind genau. Alles in allem ein geglücktes Buch.Nebenbei: Es sind Schwarzweiß- Aufnahmen und man vermißt die Farbe über-haupt nicht.Leopold Schmidt
Imre Katona, A haban keramia Magyarorszagon( Die HabanerKeramik in Ungarn). Budapest 1974, Képzömüveszeti alap kiadóvállalata.224 Seiten mit 152 Abb., davon mehrere in Farben. Ft. 200,-.
Die Habaner Keramik übt nach wie vor auf Sammler und Museumsleuteeine gewisse Faszination aus. Dieses formenschöne Geschirr mit der zurückhal-tenden Bemalung aus dem frühen 17. Jahrhundert, das lange Zeit nachgewirkthat, ist wahrscheinlich schon in seiner Entstehungszeit bekannt und beliebtgewesen, weil es unantastbar, unparteiisch war. Die Schüsseln und Krüge weisenkein einziges religiöses Sinnbild auf, aber auch keinen Bibelspruch, so daßAnhänger der verschiedensten Konfessionen sich ihrer unbesorgt bedienen konn-ten. Der Grundstock der Hersteller wie auch der Benützer ist offenbar deutschgewesen, das zeigen die zahlreichen Namen. Aber auch wenn einmal ein Spruch
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