im speziellen„ Wagen und Karren". Das Co- Referat dazu hielt Dr. A. Kovacsaus Ungarn.
Ein ganzer Nachmittag war den zwei am weitest fortgeschrittenen Kartengewidmet. Univ.- Prof. Dr. B. Bratanić, der Leiter der Koordinationsstelle inZagreb, sprach zum Stand der Arbeiten an der europäischen Pflugkarte undstellte seine nun weitgehend abgeschlossene Typologie vor.— Univ.- Prof. Dr. M.Zender, der die zweite Koordinationsstelle in Bonn leitet, konnte die erfreulicheMitteilung an die Versammlung überbringen, daß die 1. europäische Karte zumThema ,, Jahresfeuer" einschließlich eines umfangreichen Kommentares knappvor der Drucklegung steht. Auch ein Verlag konnte bereits interessiert werden.Diese Tatsache ist umso beachtlicher, als damit die internationale Zusammen-arbeit auf dem Gebiet der ethnologischen Kartographie auf ihr gemeinsameserstes großes Werk blicken kann, das nur durch den intensiven Einsatz und dieMitwirkung aller europäischen Länder bzw. deren nationalen Arbeitsstellen er-möglicht werden konnte. Das Ziel einer über nationale Grenzen hinweggehen-den wissenschaftlichen Zusammenarbeit ist hier in schönster Weise verwirklichtund eindrucksvoll bestätigt worden.
In Abendsitzungen wurden in Spezialkommissionen konkrete Probleme derWeiterarbeit an bestimmten Themen besprochen. Es existieren eine Reihe vonSubkommissionen, u. a. zu den Themenkomplexen Haus und Siedlung, Volks-nahrung, Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum usw. Das Ergebnis dieser Abendberatungen brachten diejeweiligen Sitzungsleiter am nächsten Tag der Gesamtversammlung zur Kenntnis.
Einen besonderen Akzent erhielt die St. Pöltner Tagung dadurch, daßseitens der leitenden Gremien ana Österreich die Bitte herangetragen wordenwar, Themen aus dem Bereich der geistigen Volkskultur( Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum) für einegesamteuropäische Bearbeitung namhaft zu machen, um so ein ausgewogenesVerhältnis zu den bereits in Arbeit stehenden Komplexen aus der Sachkulturherzustellen. An Österreich selbst wurden diesbezügliche Themen für die Vor-arbeiten übertragen.
Die sehr arbeitsintensive Tagung wurde umrahmt von zwei Empfängen, dieeinerseits der Bürgermeister der Stadt St. Pölten, andererseits der Landeshaupt-mann von Niederösterreich gaben. Auf diese Weise wurde die Anteilnahme derzuständigen amtlichen Stellen auf das schönste demonstriert. Besonderes Interessefand bei den ausländischen Gästen die Ganztagsexkursion, die zwei Höhepunktehatte: Besuch der Babenbergerausstellung in Stift Lilienfeld und Fahrt durchdie Wachau mit Stadtrundgang in Krems und Besuch des dortigen Weinbau-
museums.
Die von den Teilnehmern besonders hervorgehobene harmonische Arbeits-situation, die auch für die Zukunft erfolgversprechende Fortsetzungen erwartenläßt, wurde freundlicherweise dem Gastgeberland Österreich als Verdienst zu-geschrieben.
Edith Hörandner Klenk
Ingrid Kretschmer
Griechische Volksschauspielforschung
Ein Kongreẞbericht
Vom 8. bis 18. August 1976 fand auf der Insel Zante der III. InternationalCongress of Medieval and Popular Theatre unter den Auspizien des griechischenKultusministeriums statt. Die ersten beiden Treffen dieser Art fanden schon 1965und 1966 ebenda statt, durch den Tod des Gründers, K. Porphyris, unddie nachfolgende Militärdiktatur wurde eine Fortsetzung dieser Idee damals ver-hindert, die gemäß der Gründungsidee mit der Zeit die Form eines internatio-nalen Forschungsinstituts annehmen soll. Die themengemäß vielfältigen und dis-paraten Stoffgebiete wurden in sechs Problemkreise untergeteilt: Mittelalterliches
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