erneuert und mit einer Zusatzfunktion aktualisierter„ Folklore als Symbol" alseines der vielen ähnlichen Zeichen der Aufbruchsmentalität der Völker Jugo-slawiens gesetzt und seither( auch hierin dem„ Brauch" der Vorfahren ent-sprechend) immer wieder als rechter Schaubrauch vorgeführt wird auf Korčulaund weitum in Jugoslawien, aber auch im Auslande. Die geschichtlichen Datenund die kulturhistorische Einordnung versucht V. Foretić. Die Entwicklungzur Neuform seit 1944 behandelt Z. Podbevšek. Den weiten Umkreisdieser und ähnlicher Tanzbräuche steckt I. Ivančan, der sich schon das2. Jahrzehnt lang mit Ursprüngen und Entwicklungslinien der moreška be-faßt und dabei das Sozialgeschichtliche stark in den Vordergrund stellt, ab. Z.Palčok bemüht sich darum als Musikologe mit den Hinweisen auf diemodische metiterrane danza moresca, alla moresca und mit Beispielen aus C.Monteverdi( Orfeo, 1607), auf die spagnoletta des 16. Jahrhunderts( Tabulatorenbei F. Caroso, II Ballarino, Venedig 1581, bis zu modernen Tonsätzen),wobei erstmals der gesamte musikalische Part des dramatischen Schwert-tanzspieles mit aufgenommen erscheint. Daran fügen sich( mit sehr gutenBildern) Beobachtungen zu Kostüm und Waffen( M. Gjivoje), über dieNamen der Spielleiter und Tänzer( moreškanti) sowie eine Bibliographie( S. 313-318). In sie hätte man( angesichts der aufgeführten Fülle, die auchZeitungsartikel und Journalisten- Impressionen mit oberflächlichstem Feuilleton-charakter nicht übergeht) doch wohl auch weiterführende Ergebnisse öster-reichischer Schwerttanz- Spielforschung gerechterweise aufnehmen müssen wie( in Auswahl) etwa: R. Wolfram, Neue Funde zu den Morisken und Morris-tänzen.( Zs. f. Volkskunde 50, Stuttgart 1953, 107-113); L. Kretzenbacher,Romanisches Agonalbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Agonalbrauchtum im slawischen Südosten. SW: Das romanischeElement am Balkan= Beiträge zur Kenntnis Südosteuropas und des NahenOrients Glossar ::: zum Glossareintrag Orients VII, München 1968, 16-32; L. Schmidt, Volksüberlieferung, Kultur-aufbau, Weltgefühl. Bemerkungen zu einer Notiz über Schwerttanz und Drachen-kampfspiel in Konstantinopel, 1582. SW: Dona Ethnologica, hrsg. v. G. R.Schroubek u. H. Gerndt, München 1973(= Südosteuropäische Arbeiten,Bd. 71), 34-46. Was als Phänomen einer so oft geforderten Ethnologiaeuropaea einzuordnen ist, von einer einzigen Sprachnation her gar nicht,, verständlich" wäre, muß auch die Forschung der Vergleichenden Volkskundebei anderen Völkern zur Kenntnis nehmen, zumal da sie im besonderen Fallesehr wohl imstande ist, fermenta cognitionis für alle beizusteuern.
Leopold Kretzenbacher
Ludwig Pauli, Keltischer Volks glaube. Amulette und Sonder-bestattungen am Dürrnberg bei Hallein und im eisenzeitlichen Mittel-europa.( Veröffentlichung der Kommission zur archäologischen Erfor-schung des spätrömischen Raetien der Bayerischen Akademie der Wis-senschaften= Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte, Hrsg.v. J. Werner, Bd. 28). München 1975, C. H. Beck'sche Verlagsbuch-handlung. Groß- Oktav, geb. 235 Seiten, 22 Abb. im Text, Karten, Tabellen.„ Volksglaube" für ferne Zeiten und Kulturen nachzuweisen, in seinemWesen, in seiner Geltung für den ihm Unterworfenen wie für den ihm Bezeu-genden zu bestimmen bei weitestgehendem Mangel an schriftlichen Quellenaus einer synchronen Erlebniswelt, das wird immer problematisch bleiben.Dennoch mußten sich Vor- und Frühgeschichte( wie sehr oft auch gerade dieallgemeine Ethnologie der nichtschriftführenden Völker!) immer neu daraufeinstellen, sollen die Funde, die der Spaten freigelegt hat, auch an ihremgeistigen Ort angesetzt werden, zum Sprechen gebracht werden. Darauf hattenM. Hoernes, R. Andree, in unserer Zeit J. Werner, R. Pittioni,G. Kossack und von volkskundlicher Seite L. Schmidt gedrungen und
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