Jahrgang 
79 (1976) / N.S. 30
Einzelbild herunterladen
 

als das 1960 erschienene Handbuch der Museen und Sammlungen in Württem-berg und Hohenzollern" schon längst wieder vergriffen ist. Die damals vonAlbert Walzer erstellte Publikation hat aber, wie auch Hans- UlrichRoller, der derzeitige 1. Vorsitzende des Württembergischen Museums-verbandes betont, eine ganz wesentliche Grundlage für diesen neuen Bandabgegeben. Da Walzer ebenso an den volkskundlichen Sammlungen interessiertwar wie jetzt Roller, kann man sich drauf verlassen, daß gerade das volks-kundliche Museumswesen hier nicht zu kurz gekommen ist.

Und so sind denn in alphabetischer Reihenfolge die großen und diekleinen Sammlungen im ganzen Südwestdeutschland genau angeführt, jeweilsauch mit knappem Hinweis auf die wichtigsten Bestände, die nur freilich durchkein Sachregister aufgeschlüsselt erscheinen. So geht man etwa nach den Titelnder Spezialmuseen vor und findet da schon Erstaunliches: Ofenplatten in Aalen,Sensen in Achern, Fastnachtsnarren einmal in Bad Dürrheim( der Narren-schopf" mit etwa 320 Narrengestalten!), aber weitere Fasnachtsgestalten auchim Schloß Langenstein in Orsingen- Nenzingen. So vielleicht Waagen in Balingen,Zinnfiguren im Schwabentor zu Freiburg, Uhren in Furtwangen, Apotheken inHeidelberg, den Doktor Faust aber in Knittlingen. Weberei wird in Laichingengezeigt, und das Spielkartenmuseum ist jetzt in Leinfelden- Echterdingen an-gesiedelt. Glas findet sich in Wertheim, das Brot bekanntermaßen in Ulm.Aber der Weinbau kann einmal in Meersburg studiert werden, dann im beson-deren eben der Markgräfler in Müllheim, und ein eigenes Weinmuseum hatauch Vaihingen an der Enz. Man kann sich danach denken, was die größerenHeimatmuseen mit ihren gemischten Beständen noch alles zu diesen Einzel-themen aufzuweisen haben.

Zu den Besonderheiten dieses Raumes gehören sicherlich die zahlreichenMuseen, die einzelnen Dichtern, Künstlern, Musikern gewidmet sind. Es sindsehr häufig die Geburtshäuser, vom Schillerhaus in Marbach angefangen.Aber es gibt ein Hebelhaus, ein Kernerhaus, ein Hermann- Hesse- Haus indiesem Bereich, man kann hier vielerlei Stoff für die verschiedensten Themenfinden. Einen Hinweis verdient vielleicht das Silcher- Haus in Schmait, dennhier hat sich der deutsche Chorgesang sein museales Denkmal gesetzt. Umge-kehrt weisen diese und viele andere Museen schon in ihrem Titel deutlichauf Einzelpersönlichkeiten hin: Das Museum Hauff" in Holzmaden erinnertnicht vielleicht an den Dichter Hauff, sondern an seinen Gründer BernhardHauff, und ähnlich steht es öfter. Der betonte schwäbisch- alemannische Indi-vidualismus läßt sich offenkundig auch an den Museen ablesen, die hier somustergültig dargetan erscheinen.Leopold Schmidt

Jahrbuch für ostdeutsche Volkskunde. Im Auftrag der Kommission für ost-deutsche Volkskunde in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde e. V.Herausgegeben von Erhard Riemann. Bd. 17, 1974, 284 Seiten;Bd. 18, 1975, 333 Seiten. Marburg an der Lahn, N. G. Elwert Verlag.Das von Erhard Riemann so sicher gesteuerte Jahrbuch hat wieder zweiBände vorgelegt an denen sich der Stand der Forschung ablesen läßt. Es sindeinerseits Vertreter älterer Generationen, die nahezu in jedem Band zu Wortkommen und oft lang gesammeltes Material ausbreiten. Richard Wolframbearbeitet noch immer Teilgebiete seiner einstigen Aufzeichnungen in derGottschee. 1974 legte er das Material zu, Lebensanfang und Lebensabschlußim Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum der Gottschee" vor, 1975 das über Arbeit und Arbeitsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Arbeitsbrauchtumin der Gottschee", wobei es sich durchwegs um die ländliche Arbeit handelt.Oder der Krippenforscher Josef Lanz: Er bringt 1974 Mitteilungen über Krip-penstädte in den Vorgebirgsländern der Sudeten" und 1975 einen Beitrag über

180