ler Umweltzerstörung". Man mag es ja noch einsehen, wenn derverkehrstechnisch eben nicht zu umgehenden Verbreiterung undBegradigung der Hauptstraßen manches zum Opfer fallen muß, wasan deren Rand steht. Es würde freilich nur verhältnismäßig geringeMühe und Kosten verursachen, solche Kultmale, ein paar Meter weiterfeldeinwärts versetzt, in alter Form neu aufzustellen. Von dieser Mög-lichkeit wird aber nur in seltenen Ausnahmefällen Gebrauch gemacht,wenn es sich um Einzelobjekte von besonderem künstlerischen Werthandelt. Die für die volkskundliche und kulturgeschichtliche For-schung ebenso wie für das„ Gesicht" und die„ Seele” der Landschaftso bedeutungsvolle„ Masse" wird hingegen bedenkenlos liquidiert.Etwas günstiger ist die Lage bei den abseits der modernisierten Stra-Ben an Feldwegen und Rainen stehenden Kultmalen, aber auch hierist vieles bereits untergegangen, zum Teil mutwillig zerstört worden.Der Geist des Jahres 1945, wo die ,, reaktionären" Bildpfeiler und Hei-ligenfiguren mit Vorliebe als Schießscheiben benutzt wurden, scheintnoch keineswegs ganz überwunden zu sein. Möglicherweise ist auch derheute so aktive Antiquitätenhandel mit im Spiel; wie wäre es sonst zuverstehen, daß von dem noch bei Kapner 1970, S. 127, als intaktbeschriebenen„ Kugelkreuz” nördlich von Süßenbrunn heute wohlnoch die Säule steht, die bekrönende Kugel mit dem kunstvollenschmiedeeisernen Kreuz aber spurlos verschwunden ist?
Zweck der vorliegenden Arbeit soll es nun sein, in einem eini-germaßen gut abgegrenzten, nicht zu großen und nicht zu kleinenGebiet die Entwicklung der„ Lichtpfeiler" und„ Bildstöcke” durchZeit und Raum möglichst eingehend zu verfolgen und eine gewisseOrdnung in die Mannigfaltigkeit der Formen zu bringen. Dabei wird,vorwiegend aus arbeitstechnischen Gründen, die morphologische und
soweit man davon überhaupt reden kann die kunstgeschichtlicheBetrachtung in den Vordergrund gestellt. Das Marchfeld bot sich indiesem Sinne als Untersuchungsgebiet an, schon allein durch seinegünstige Lage am Rande der Stadt Wien. Die Begrenzung im Ostenund Süden durch den Verlauf der March und der Donau ist klar,wenngleich diese Linie damit keineswegs zu einer kulturgeographi-schen Grenze erklärt werden soll. Weniger eindeutig ist die Begren-zung im Norden und Westen. Wählt man hier als Abschluß die reingeomorphologisch natürliche Grenzlinie, also den Rand der Ebene,den Verlauf des Großen Wagrams, dann geht diese Grenze mittendurch die Ortschaften, zerschneidet also zweifellos kulturell aufs engsteZusammengehöriges. Es empfiehlt sich also, hier auch die Umrahmungder Ebene noch dazu zu nehmen, also die südliche bzw. südöstlicheAbdachung des Weinviertler Hügellandes, und damit die Grenze desUntersuchungsgebietes auf die ersten Höhenzüge zu verlegen, die,
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