Jahrgang 
80 (1977) / N.S. 31
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Georg Matthaeus Vischer, Topographia archiducatus AustriaeInferioris modernae 1672. Hrsg. und mit einem Nachwort ver-sehen von Anton Leopold Schuller, Graz, Akademische Druck- undVerlagsanstalt 1975. Gebunden Groß- Oktav, 511 Tafeln, 76 Seiten. Ein-leitung, Register usw.

In gleich sorgfältiger Aufmachung als bibliophiles Werk historischerAnsichten von Baudenkmälern des Historikers mit dem Stift"( A. Schlossar,1909), Georg Matthaeus Vischer( 1628-1696), wie sie der BibliothekarAnton Schuller vom Steiermärkischen Landesmuseum Joanneum fürVischers ,, Topographia ducatus Stiriae 1681" 1975 in zwei Bänden hatte heraus-bringen können( vgl. Österr. Zs. f. Volkskunde XXX/ 79, S. 83 ff.), legt die Aka-demische Druck- und Verlagsanstalt Graz nun auch dieses im notvollen Lebenund mühseligen Schaffen G. M. Vischers zeitlich um fast ein Jahrzehnt voran-gehende Werk der Topographia archiducatus Austriae Inferioris modernae 1672"vor. Das heißt also, es sind wiederum Bilder nach Kupferplatten mit Ansichtenvon Orten, Burgen, Befestigungen, Edelansitzen, Klöstern usw. aus Niederöster-reich( vermehrt um 7 Ansichten von Alt- Wien) in der Gesamtzahl von 511 Sti-chen aus der Zeit vor dem Schicksalsjahre 1683 und mithin auch seiner Nach-folge in einer tiefgreifenden, vor allem barockisierenden Veränderung der aller-meisten hier dargestellten Bauobjekte. Man hatte sich bisher im wesentlichenmit der von Max Vancsa besorgten Ausgabe der( bis dahin greifbaren) Plat-ten des Werkes( Wien 1920) begnügen müssen. Man kann sich in der rechtschwierig zu überschauenden Chronologie des Entstehens der Einzelansichtenauf Ingo Nebehay, Die Topographien Georg Matthaeus Vischers, Beschrei-bung und Verzeichnis der Ansichten, Wien 1962( als Zusammenfassung meh-rerer Einzelstudien über die Topographien von Oberösterreich, Niederösterreich,Steiermark) stützen und sich neuestens über dieses Werk freuen: Peter Wenin-ger, Niederösterreich in alten Ansichten. Österreich unter der Enns, heraus-gegeben vom Kulturreferat der Niederösterreichischen Landesregierung, Salz-burg( Residenz- Verlag) 1975. Als wissenschaftliche Grundlage für jede weiteretopographisch- historische sowie( aus ihr abgeleitet) kulturgeschichtliche For-schung wird nunmehr die wiederum auf eindrucksvoll bewältigter Kleinarbeitdes Erfassens reicher, bisher nie in solcher Ausführlichkeit vorgestellte Beständeberuhende Ausgabe von A. L. Schuller dienen können. Sie gliedert sichübrigens, was vielleicht manche befremden könnte, aber nicht nur berechtigt,sondern notwendig erscheint, auf die moderne Gemeinden- und Gerichtsbezirks-zugehörigkeit auf Grund mancherlei in jüngster Zeit erfolgter Veränderungen,bezogen auf den amtlichen Bestand nach dem Österreichischen Postlexikon,Loseblatt- Ausgabe 1975. Die Fülle der Bilder gibt nun freilich sehr viel für dasTopographische her, im Vergleich zu den beiden Steiermark- Bänden jedocherheblich weniger an volkskundlich bemerkenswerten" Einzelheiten, die fürjenes Steiermark- Werk Vischers vom Rezensenten ja hatten zusammengestelltwerden können. Einiges ist aber doch ganz reizvoll zu bemerken: das, SaurBaad zu Sauerhof bei Baden, mit der Grueben, so ihnen die Armen Leithaufgraben auf Welchen auch Warmes Baad Heruor Quellet vnd sie darin Baden"( 89/88); mehrmals die Darstellung von kleinen Donauschiffen mit den kenn-zeichnenden Holzhütten darauf( z. B. 143/18; 229/104); die alte, sehr schema-tisierende Ansicht der CHATHAVS GAMMING"( Kartause Gaming)( 150/128)u. a. m. Auch dieser Band enthält eine Einleitung, angefügt an den Reproduk-tionsteil( 3-5), eine Literatur über G. M. Vischer"( 6-8) und die Darstellungdes Lebens und Arbeitens von G. M. Vischer, zumal in Hinsicht auf das Ent-stehen dieses Werkes, ohne das seine gereifteren späteren Arbeiten nicht zudenken wären( 9-41). Tabellen der Kupferplatten, ihre Standorte, ein Register

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