Jahrgang 
81 (1978) / N.S. 32
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Zell am See: gegr. 1974. Im alten Schloß Rosenberg, jetzt Rathaus derStadtgemeinde, sind einige Räume dem Heimatmuseum mit Zeugnissen derTrachtenwelt, des Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtums und der Fischerei gewidmet.

Geöffnet: Besuch nach Anmeldung bei der Stadtgemeinde möglich.Kustos: Architekt Ferdinand Hölzl.

Ernst Büchlmann

Bericht über das 10. Internationale Hafnerei- Symposion( Handwerkliche Keramik aus Mittel- und Südosteuropa) in St. Justina( Osttirol)vom 27. August bis 4. September 1977

Zum zehnten Mal trafen sich Keramikforscher verschiedener Wissenschaf-ten, um Material und Probleme haus- und handwerklich hergestellter Keramikzu besprechen. Neunmal war St. Justina in Osttirol der Tagungsort, 1976 Frechenbei Köln.

1. Auf Grund der Verabredung in Frechen galt ein großer Teil diesesSymposions Beiträgen und Diskussionen über einheitliche Gefäßbezeichnungen.Ein Literaturbericht zur Praxis in Archäologie, Vor- und Frühgeschichte, Kunst-geschichte, Volkskunde und Völkerkunde( Veröffentlichung der Literaturlistes. u.) ließ erkennen, daß wiederholt und von verschiedener Seite das Fehleneinheitlicher Bezeichnungen beklagt wird, aber kaum brauch- und übertragbareSysteme vorliegen. Jeder Bearbeiter ist nachwievor gezwungen, seine eigenenBezeichnungen zu entwickeln und zu erklären( meist durch Beschreibung undZeichnung), was zu unterschiedlichen Festlegungen, mangelnder Vergleichbar-keit und letztlich Verwirrung führt. Unterschiedliche Sprachgewohnheiten, zumTeil regional begrenzte Gefäßnamen und historisch gewachsene unsystematischeTerminologie erschweren eine übersichtliche und allgemein verständliche Ein-teilung. Voraussetzung dazu im Hinblick auf Gefäßbezeichnungen ist eine klareTrennung zwischen formaler, mundartlicher und funktioneller Bezeichnung. DieDefinition der Form der Gefäßarten soll durch Messungen und Berechnungengeschehen, dargestellt in einem gleichseitigen Dreieck. Horst Klusch hat diesesVerfahren bereits vorgeschlagen in der Gedenkschrift Paul Stieber( siehe untenunter Publikationen) und konnte durch eingehende Erklärung seiner mathemati-schen Definition der Grundform von Gefäßen die meisten Teilnehmer desSymposions überzeugen. Zur Ergänzung und Überprüfung der bisher allein ansiebenbürgischer Keramik erprobten Methode werden die anderen Teilnehmeraus ihrem Material Daten ermitteln und nach Hermannstadt senden( wir wieder-holen hier diese Bitte an alle Teilnehmer), wo sie von Klusch in einer Darstel-lung vereinigt werden. Das Ergebnis dieses Vergleichs wie eine genaue Darstel-lung des Zustandekommens werden den Teilnehmern zur Stellungnahme zuge-sandt. Beides, ausführliche Erklärung und Kritik, sollen anschließend veröffent-licht werden( mit Literatur), um einem weiteren Kreis zur Überprüfung vorzu-liegen.

2. Claus Stephani, Bukarest. Bezeichnungen von Tongefäßen in einigenrumänisch- deutschen Mundarten( Südbukowina und Maramuresch Bevölke-rungsgruppen verschiedener Herkunft- Deutsche aus der Ostslowakei undSchlesien mit charakteristischen Gefäßbezeichnungen Einfluß der Touristen).

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3. Lambert Grasmann, Vilsbiburg. Materialien zur Hafnerei im Krö-ning( Gefäße, Einschreibbücher, Fotos, Diapositive Hafnerhäuser- Werkstät-ten- Handel).

4. Horst Löbert, Göttingen. Steinzeug und Irdenware aus Duingen undGöttingen aus der frühen Neuzeit( seit dem Mittelalter Steinzeugproduktion inDuingen bauchige Henkelflaschen, Gesichtskannen, Rohrkannen Einflüsse

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