Jahrgang 
81 (1978) / N.S. 32
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dene Erscheinungsformen verzeichnet findet 4). Es darf aber nichtübersehen werden, daß hier vom vollen Ei gehandelt wird, auf denOsterbaum jedoch ausgeblasene Eier gehängt werden. Leopold Schmidtstellt die Eierschalen deshalb zu Recht an die Seite der Schneckenhäu-ser, die im fastnächtlichen Maskenbrauch, als Behang von Puppenund Bäumen, im Festbrauch und in Sagen eine auffallende Rolle spie-len 5). Auf Grund seiner Arbeit von 1951, in der er sämtliche bekann-ten Belege über Schnecken- und Eierschalenbehang im Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumsowohl nach der geographischen Verbreitung, nach dem Erscheinungs-bild, nach der Funktion, insbesondere aber hinsichtlich der offen-kundig bis in die Urgeschichte zurückreichenden geschichtlichen Di-mensionen zusammenstellte und auslotete, läßt sich feststellen, daßes sich bei diesen Erscheinungen um einen Schwellenbrauch handelt,der sowohl als Zeichen des Vergehenden, etwa im Sinne des Todaus-tragens, als auch als Zeichen des Lebendigen, als Neubeginn zu ver-stehen ist. Ein der gegenwärtigen Form entsprechender Beleg findetsich in seiner Abhandlung jedoch nicht, wobei der Behang von früh-lingshaften Brauchgestalten oder an ihrer Stelle von Bäumen lautkartographischer Darstellung in Österreich gänzlich fehlt. Auch deroberfränkische Brauch, die Brunnen, von denen in der Osternachtdas Osterwasser geholt wird, mit Eierbäumen zu schmücken, kann derösterreichischen Sitte, dem Behängen von Zweigen, die zum Schmuckin eine Vase gestellt werden, nicht gleichgesetzt werden 6). In Frankendrohte der Brauch durch den Bau von Wasserleitungen übrigens zuverschwinden, weshalb sich die Pflege seiner annahm und ihn zu neuerBlüte entfaltete.

Man wird das Schmücken von Zweigen mit ausgeblasenen Eiernim weitesten Sinn zwar als einen Schwellenbrauch bezeichnen können,da er den Übergang zum Frühling markiert. Es läßt sich jedoch dabeikeine genaue Fixierung auf einen Termin, noch ein geregelter Hand-lungsablauf feststellen. Die Sitte, die Wohnung, den Ostertisch undneuerdings eben auch Auslagen festlich mit einem Osterbaum oder-strauch zu dekorieren, erweist sich vielmehr als Brauch ohneGlaube".

4) HDA, Berlin u. Leipzig 1929/30, Bd. II, Sp. 595 ff.

5) Leopold Schmidt, Die Schneckenmaskierung. Ein Beitrag zur Methodeder volkskundlichen Maskenforschung( mit zwei Verbreitungskarten).( Rheini-sches Jahrbuch für Volkskunde, Bonn 1951, 2. Jg., S. 118-163.)

6) H. Kunstmann, Der Osterbaum. Ein fränkischer Osterbrauch.( Schö-nere Heimat, München 1960, 49. Jg., S. 267-269, 1 Abb.)

E. Roth, Lebendiges Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum. Beobachtungen zu Tradition und Inno-vation in Oberfranken.( Schönere Heimat, München 1976, 65. Jg., S. 241, 1 Abb.)

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