Jahrgang 
82 (1979) / N.S. 33
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Kontinuität aufweist wie etwa die Steigerungsstufen der Grausamkeit imOsten: der allerbeste( Gottesdienst Gut Etwas besser( alsder voranstehende Franzose)- Noch andächtiger, das sind eben-falls aufeinander bezogene Werte. Sonst herrscht aber ,, im Westen" eineVorliebe für Kontraste: Die Hinterhältigkeit des Italieners und die,, Arglistigkeit" des Franzosen werden der Offenherzigkeit" des Deut-schen gegenübergestellt. ,, Männlichkeit und, Weiblichkeit für diebeiden großen Gegner im Ringen um die Kolonialmacht, Spanien undEngland, sind ebenfalls polare Kennzeichnungen. Damit läßt sich viel-leicht eine drei Nationen umfassende Gruppe westlicher, romanischerNationen und eine vier bzw. fünf Nationen umfassende Gruppe nord-östlicher Nationen einem Mittelfeld um die Deutschen und Engländergegenüberstellen. Besonders in der östlichen Gruppe macht sich dabeiein deutliches West- Ost- Gefälle in der Wertschätzung bemerkbar, vondem die Schweden und Polen noch kaum, die übrigen Nationen dieserGruppe jedoch sehr stark betroffen sind. Man könnte damit argumen-tieren, daß mit dem sukzessiveren Spärlicherwerden der Information, jeöstlicher das Volk siedelte, auch der Hang des Autors der Völkertafel zueiner systematischen Abschattierung wachsen mußte. Die geogra-phische Lage in der West- Ost- Erstreckung gewinnt damit den Charak-ter einer signatura rerum, die auf das Wesen der Völker schließen läßt.Das verdankt sich freilich einem alteuropäischen Topos, der sich aus derGenese des mittelalterlichen Staatensystems in Randlage zum mittel-meerischen Kulturraum einerseits und einer tatsächlichen Bevorzugt-heit Westeuropas im Bezug auf Handel und Verkehr anderseits gegen-über den Landmassen des Ostens beruht, welch letztere sich der forcier-ten Verstädterung und Industrialisierung Westeuropas gegenüber ineinem Stehenbleiben bei agrarischer Wirtschaftsreform etwa abDeutschland ausprägte.

Der dabei zum Tragen kommende Topos enthält die Hilfskonstruk-tion von einer Wanderung oder Weiterverbreitung der Zivilisation.Ursprünglich beruht er auf der Weissagung Daniels. 19) Die darin sichablösenden Weltreiche konnten historisch nur im Orient Glossar ::: zum Glossareintrag  Orient und im Mittel-meerraum identifiziert werden, wodurch sich die Vorstellung von einersteten Verlagerung des Machtschwerpunktes ergab. Die dem abendlän-dischen Glossar ::: zum Glossareintrag dischen Kaisertum grundlegende Ideologie beruft sich in sehr starkemMaße auf diese translatio Imperii, ist diese doch zugleich die einzigeMöglichkeit einer theologischen Sanktionierung der Usurpation Karlsdes Großen gegenüber Byzanz.

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19) Dan. 2 sowie die Vision der vier Tiere, Dan. 7.