jeweiligen Neufunde macht die Heranziehung dieser„ Anmerkungen und Exkurse"zur unbedingten Notwendigkeit. An manchen Stellen, beispielsweise bei den Er-örterungen von Kupferbergbaufragen, wird die ganz persönliche VerbundenheitPittionis mit seinem Material und dessen Interpretation besonders stark spürbar.Jede einigermaßen spekulative Erörterung wird da energisch auf ihren Platz verwie-
sen.
So kann man für dieses Werk, und wirklich nicht zuletzt für den Anmerkungs-band, nur ganz besonders dankbar sein. Es tut mir nur leid, daß die beiden Bändekein Register haben. Sicherlich helfen die sehr genau gegliederten Inhaltsverzeich-nisse weiter, aber die vielen Namen, Orte und nicht zuletzt„ Sachen“ wurde mandoch, zumal bei jeder späteren Weiterbeschäftigung mit der Materie, gern auch ineinem Register ausgeworfen sehen.
Leopold Schmidt
Christian Schölnast, Wie unsere Altvorderen lebten. Bäuerliches Leben undArbeiten während der letzten 100 Jahre. Querformat 143 Seiten, mit Zeichnun-gen von Hans Haucke, Graz, Verlag Styria 1980. ÖS 248,-.
Der Titel sagt nicht, daß es sich um das bäuerliche Leben und Arbeiten in derOststeiermark handelt. Um eine eher stille Landschaft also, die der Verfasser alsBauernkind und später als Wanderimker sehr genau kennengelernt hat. Der heuteweit mehr als Siebzigjährige ist über seinen ländlichen Beruf hinaus Heimatschrift-steller geworden, der hier gewissermaßen seine genauen Erinnerungen an die in derKindheit erlebte ländliche Arbeit mit allen ihren Gebäuden und Geräten erzählt.
Hanns Koren hat das Vorwort zu dem sympathischen Buch geschrieben undsich an die Aufzeichungsarbeiten zur Erzherzog- Johann- Zeit erinnert gefühlt. DerKenner der Verhältnisse darf wohl hinzufügen: Was Schölnast hier erzählt, das istfür die steirische Volkskunde nicht neu, und die Sammler am Steirischen Volks-kundemuseum, Viktor von Geramb und besonders für das Gerätewesen auchHanns Koren selbst haben ganz wesentlich zu unserer Kenntnis beigetragen. In densteirischen, zumal in den oststeirischen Heimatmuseen liegt wohl alles an Geräten,was Schölnast hier einprägsam schilderte, aber man ist für die Erinnerungen an diemit diesen Geräten geleistete Arbeit durchaus dankbar. Manchmal gehen diese Mit-teilungen sogar etwas über den bisherigen Kenntnisstand hinaus, so bei dem Aus-blasen des Spreus mit Hilfe der„ Blosschäuferln“( S. 47 mit Abb.), eine sonst kaumschon festgestellte Kleinform des Worfelns, der man vielleicht näher nachgehensollte.
Von der Arbeit bis zum Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum, zur Hochzeit wie zur Totenwache: Es ist einreiches Buch, das die Kenntnisnahme in der Steiermark und darüber hinaus ver-dient.
268
Leopold Schmidt